01.06.2018

Alles für alle! Fortbildung zu geschlechterreflektierter Pädagogik an der Schule

Geschlechterverhältnisse spielen im Schulalltag auf vielfältige Art und Weise eine Rolle: für die pädagogischen Fachkräfte und die Schüler*innen, in Lehrmaterialien, im Verhalten, in der Art und Weise wie sich aufeinander bezogen wird, in Lebenswelten, Selbst- und Fremdbildern.

Geschlechtliche Sozialisation schränkt Kinder und Jugendliche ein und hindert sie an einer freien Entfaltung ihrer Interessen, Möglichkeiten und Fähigkeiten. Schule ist ein Ort, an dem Geschlecht eine besonders hohe Bedeutung hat. Wer sich als Junge nicht für Fußball interessiert und gerne rosa trägt, läuft Gefahr, abgewertet zu werden. Mädchen, die sich nicht für Aussehen und Schönheit interessieren, gelten als unweiblich. Für Kinder, die sich weder als männlich noch weiblich definieren, stellt Schule eine große Herausforderung dar.

Die Fortbildung widmet sich der Frage, wie Kinder und Jugendliche bestmöglich in ihrer individuellen Entwicklung unterstützt und von Geschlechteranforderungen entlastet werden können. Eingeführt wird in Theorie, Haltung und Methodik der geschlechterreflektierten Pädagogik.

Die Fortbildung dauert einen Tag und richtet sich an pädagogische Fachkräfte an Schulen.

Termin: Freitag, 1. Juni 2018 von 9:00-16:00 Uhr

Referent_innen: Andreas Hechler und Vivien Laumann

Anmeldefrist: 17.05.2018

Ausschreibung und Anmeldung:  https://www.situationsansatz.de/alles-fuer-alle-geschlechterreflektierte-paedagogik-in-der-schule_2018.html


28.05.2018 - 12.06.2018

Fortbildungsangebot: Jungen* und sexualisierte Gewalt - Unterstützung und Prävention

Sexualisierte Gewalt gegen männliche Kinder und Jugendliche ist in Deutschland nach wie vor ein aktuelles Thema, Schätzungen gehen davon aus, dass 10% der männlichen Kinder und Jugendlichen in Deutschland von sexualisierter Gewalt betroffen sind. Dies bedeutet, dass pädagogische Fachkräfte in allen Tätigkeitsfeldern mit Betroffenen in Kontakt stehen.

Um die Handlungssicherheit von pädagogischen Fachkräften im Umgang mit männlichen Betroffenen zu stärken, bietet Dissens – Institut für Bildung und Forschung e.V. eine Fortbildung für Mitarbeiter*innen pädagogischer Einrichtungen der Kinder- und Jugendhilfe sowie Lehrer*innen an.

Inhalte der Fortbildung:

  • Betroffenheit von Jungen*: Zahlen, Fakten, Dimensionen
  • Einführung in Grundlagenwissen zu sexualisierter Gewalt: Begriffe, Gewaltformen, Folgen, Täter*innen, Täter*innenstrategien, rechtliche Situation
  • Männlichkeitsanforderungen und andere geschlechtsspezifische Aspekte bei männlicher Betroffenheit von sexualisierter Gewalt
  • Was hilft Jungen* bei der Aufdeckung?
  • Anregungen für Schutzkonzepte und Präventionsarbeit zu sexualisierter Gewalt

Die Inhalte werden praxisnah und unter Anwendung unterschiedlicher Methoden vermittelt. Inhaltlich werden wir uns auch mit Selbstreflexion und der Arbeit an der eigenen Haltung gegenüber männlichen Betroffenen von sexualisierter Gewalt auseinander setzen. Die Fortbildung wird über die Präsenzzeiten hinaus blended learning Elemente enthalten.

 

Termine:

28.5.2018 13:00 - 16:30 Uhr (Auftakt und Einführung)

12.6.2018 9:00 - 17:00 Uhr (Bedarfe von Betroffenen & Professionelle Haltung)

Ort: Dissens – Institut für Bildung und Forschung e.V., Allee der Kosmonauten 67, 12681 Berlin

 

Zusätzlich gibt es die Möglichkeit anschließend unterstützt durch die Fortbildenden, Unterstützungsaktionen für Kinder und Jugendliche in der eigenen Einrichtung zu konzipieren und durchzuführen. Diese Aktionen werden auf die spezifischen Bedarfe der Kinder und Jugendlichen in der Einrichtung abgestimmt.

Das Angebot erfolgt im Rahmen des durch die Europäische Union geförderten Projektes Culture of Care - Schaffung und Stärkung eines unterstützenden Umfelds für männliche Betroffene von sexualisierter Gewalt, daher ist die Teilnahme an der Fortbildung kostenfrei.

Anmeldungen (bis zum 21.05.) an: 

lena.knepper(at)dissens.de

 

Ausschreibung als PDF


08.05.2018

Lese-Tipp

Artikel in der neuen "Betrifft Mädchen" von Katharina Debus und Vivien Laumann mit dem Titel "Interventionen für geschlechtliche und sexuelle Vielfalt - Projekterfahrungen zwischen Vielfaltsförderung und Sexismuskritik". Zum Inhaltsverzeichnis der Ausgabe: www.maedchenarbeit-nrw.de/betrifft-maedchen-pdf/BEM%202_2018%20Inhalt.pdf

Weitere Infos zur "Betrifft Mädchen": www.maedchenarbeit-nrw.de/lag/betrifft-maedchen.html


19.04.2018

Männlichkeiten in der Schule - Ein Angebot für Pädagogen

Was heißt es, als männlicher Pädagoge im Feld Schule zu arbeiten? Welche Erwartungen werden von Schülern/-innen, Kollegium, Eltern und Gesellschaft an Sie gestellt, und wie wollen Sie selbst Ihre Rolle füllen? Die Fortbildung ist ein Angebot, das Arbeitsfeld Schule unter Männlichkeitsaspekten genauer zu beleuchten und Perspektiven für eine geschlechterreflektierte Pädagogik zu erarbeiten.

TERMIN
Do., 19. April 2018, 14:00 bis 18:00 Uhr

ZIELGRUPPE
Lehrkräfte der Sekundarstufen und weiteres pädagogisches Personal

ORT: Senatsverwaltung für Bildung, Jugend und Familie
Raum: 6A36
Bernhard-Weiß-Str. 6
10178 Berlin

LEITUNG: Conny Hendrik Kempe-Schälicke

MELDUNG
Bis zum 29. März 2018 mit dem an Ihrer Schule erhältlichen Meldeformular an die SenBJF II E 6.2 Vw2 oder online unter www.fortbildung-regional.de. Bei notwendiger Unterrichtsbefreiung ist der Antrag auf Freistellung zusammen mit einer Kopie des Anmeldeformulars auf den Dienstweg zu geben.


13.03.2018 - 18.09.2018

Kollegiale Beratungsgruppe ab März 2018 in Berlin

Ab März gibt es einen neuen Durchgang einer Kollegialen Beratungsgruppe für Pädagog_innen, Bildungsarbeiter_innen und Lehrer_innen, die zu den Themen geschlechtliche und sexuelle Vielfalt und geschlechterreflektierte Pädagogik arbeiten. Alle Termine und weitere Infos hier


19.02.2018

Lese-Empfehlung & Solidaritätserklärung mit der Bildungsinitiative Queerformat gegen Angriffe gegen die Akzeptanz geschlechtlicher und sexueller Vielfalt

Lese-Empfehlung

Die geschätzten Kolleg*innen der Bildungsinitiative QUEERFORMAT haben eine Broschüre mit dem Titel ‚Murat spielt Prinzessin, Alex hat zwei Mütter und Sophie heißt jetzt Ben. Sexuelle und geschlechtliche Vielfalt als Themen frühkindlicher Pädagogik‘ herausgebracht. Die Tatsache, dass die erste Auflage der Print-Ausgabe (2000 Stück) kurz nach dem Erscheinungsdatum bereits vergriffen ist, verweist auf den großen Bedarf. Die Broschüre kann derzeit in digitaler Version kostenfrei heruntergeladen werden unter: http://www.queerformat.de/material/QF-Kita-Handreichung-2018.pdf.

Wir möchten diese Broschüre Fachkräften sehr ans Herz legen. Sie bearbeitet in klarer Sprache wichtige Themen rund um geschlechtliche und sexuelle Vielfalt in der Kita. Unter anderem werden Grundlagen des Themas aus menschenrechtlicher Perspektive erklärt, es gibt je eigene Artikel zu Kindern aus Regenbogenfamilien, intergeschlechtlichen Kindern, transgeschlechtlichen Kindern und geschlechternonkonformem Verhalten von Kindern. Außerdem wird kindergerechtes Material besprochen (vor allem Bilderbücher) und es gibt Werkzeuge, um die eigene Kita-Praxis zu überprüfen und weiterzuentwickeln. Die Broschüre kombiniert in gelungener Weise Impulse aus der Forschung mit ganz praktischen Handlungsempfehlungen.

Solidaritätserklärung

Wie es leider in den letzten Jahren zur Normalität geworden ist, wird auch diese Broschüre nun von verschiedenen Seiten angegriffen. Die Vielfalts-Gegner_innen von Demo für Alle und CitizenGo haben eine Petition zur Einstampfung der Broschüre gestartet und bereits mehrere 10.000 Unterschriften gesammelt. Die CDU-Fraktion im Berliner Senat hat einen Antrag gestellt, die Broschüre zurückzuziehen und die Verteilung zu stoppen. Und die B.Z. titelt mit den üblichen reißerischen Schlagzeilen („Berliner Senat verteilt Sex-Broschüre für Kita-Kinder“) fern jeglicher Realität. Wir setzen hier bewusst keine Links, um den entsprechenden Seiten nicht unnötig geldwerte Clicks zu verschaffen. Wer sich weiter informieren möchte, findet sie unaufwändig mit einer Suchmaschine eigener Wahl.

Wir möchten daher den Kolleg*innen von QUEERFORMAT unsere Solidarität aussprechen ebenso wie allen anderen, die reflektiert zu diesen Themen arbeiten und von den Angriffen ihre Arbeit erschwert bekommen.

Schon so ist die Arbeit für geschlechtliche und sexuelle Vielfalt oft ziemlich mäßig ausgestattet und findet unter herausfordernden Bedingungen statt. Die Angriffe haben nicht das Ziel, Kinder zu schützen. Sie sind offen verleumderisch. Ein einziger Blick in die Broschüre offenbart, dass sie sich weder an Kinder richtet, noch einen sexualpädagogischen Inhalt hat. Vielmehr werden Ängste mobilisiert, um Menschen gegen Antidiskriminierungsarbeit einzunehmen, um Respekt vor den Grenzen von Kindern gegen den Schutz vor Diskriminierung rund um Geschlecht und sexuelle Orientierung auszuspielen.

Darüber hinaus geht es in dieser Broschüre zwar tatsächlich überhaupt nicht um Sex. Aber auch altersgerechte sexualpädagogische Ansätze sind wichtig für die Entwicklung von Kindern, sowohl für die Prävention sexualisierter Gewalt als auch für die Entwicklung eines positiven und grenzachtenden Umgangs mit dem eigenen Körper und den eigenen Wünschen und Begehren. Es wäre also auch nichts auszusetzen an einer Broschüre, die fachlich kompetent und grenzachtend sexualpädagogische Konzepte für die Arbeit mit Kindern bespräche.

Wir halten es für wichtig, dass sich Eltern dafür interessieren, welche Angebote ihren Kindern in pädagogischen Institutionen und darüber hinaus gemacht werden. Und dass sie dabei auch kritisch darauf schauen, wie mit den Grenzen ihrer Kinder umgegangen wird. Die angegriffene Broschüre wiederum ist gerade darauf ausgerichtet, eine Pädagogik zu unterstützen, die die Selbstbestimmung von Kindern fördert und dabei auch einfühlsam mit den Ängsten von Eltern umgeht.

Eine solche Pädagogik ist immer selbstreflexiv. Sie hört nie auf zu denken und sich selbst kritisch zu befragen und sich infolgedessen immer weiter zu entwickeln. Konstruktive Fragen, denen es wirklich um das Wohl der Kinder geht, sind ihr daher immer willkommen und es gibt auch immer wieder Meinungsverschiedenheiten in Bezug auf Begriffe, theoretische Hintergründe und konkrete Vorgehensweisen in herausfordernden Situationen. Solche Debatten halten wir für sehr konstruktiv. Dafür lohnt es sich, die Broschüre zu lesen und gleichzeitig diesen Angriffen geschlossen entgegen zu treten, die eine solche Pädagogik zur Förderung von Selbstbestimmung und Grenzachtung verhindern wollen.


06.12.2017 - 16.05.2018

Baden-Württemberg bei Karlsruhe / bundesweit: Weiterbildung Pädagogik im Kontext geschlechtlicher und sexueller Vielfalt. Reflexion – Antidiskriminierung – Handlungsfähigkeit

Bundesweite Fortbildungsreihe in Baden-Württemberg (bei Karlsruhe):

Pädagogik im Kontext geschlechtlicher und sexueller Vielfalt

Reflexion – Antidiskriminierung – Handlungsfähigkeit

1. Modul: 06.-08.12.2017

2. Modul: 27.02.-01.03.2018

3. Modul: 14.-16.05.2018

Referent_innen: Katharina Debus & Iven Saadi

Die Ausschreibung findet sich hier, Anmeldungen und organisatorische Rückfragen bitte an Kai Kabs unter kabs[at]paritaet-bw.de.

Inhaltliche bzw. konzeptionelle Rückfragen: katharina.debus[at]dissens.de

Teilnehmer*innen aus allen Bundesländern sind willkommen!


30.11.2017 - 30.11.2017

Fachtag in Dresden: "Jetzt hab Dich nicht so!" Sexismus in der Kinder- und Jugendarbeit

Fachtag "Jetzt hab' Dich nicht so!" Sexismus in der Kinder- und Jugendarbeit am 30.11. in Dresden mit Dissens-Mitarbeiterin Katharina Debus mit einem Vortrag und Workshop:

„War doch gar nicht so gemeint...” Subjektive Funktionalität von Sexismus als Ausgangspunkt von Pädagogik.

Informationen & Anmeldung: Flyer, Facebook-Veranstaltung, Website


20.11.2017 - 18.04.2018

Göttingen/bundesweit: Weiterbildung Geschlechterreflektierte Pädagogik

Bundesweite Fortbildungsreihe in der Akademie Waldschlösschen (Gleichen bei Göttingen):

Geschlechterreflektierte Pädagogik

Vielfalt und Handlungsfähigkeit stärken

1. Modul: 20.-22.11.2017

2. Modul: 29.-31.01.2018

3. Modul: 16.-18.04.2018

Referent_innen: Katharina Debus & Olaf Stuve

Teilnehmer*innen aus allen Bundesländern sind willkommen!

Ausschreibung und Ameldung

Rückfragen an katharina.debus[at]dissens.de 


13.11.2017 - 15.06.2018

Schleswig-Holstein: Gender-Zertifikatskurs zu geschlechtlicher und sexueller Vielfalt ab November 2017

Termine:

1. Block: 13.-14.11.2017

2. Block: 08.-09.02.2018

3. Block: 23.-24.04.2018

4. Block: 14.-15.06.2018 (Ergänzungsmodule)

Ort: Kiel

Referent*innen: Vivien Laumann und Dr. Thomas Viola Rieske

Anmeldung: www.secure-lernnetz.de/formix/index.php (in die Suchmaske die Veranstaltungsnummer GEN0017 eingeben)

Ausschreibung und weitere Infos