29.02.2024 - 29.09.2024

Antifeminismus begegnen – Fortbildungsreihe für die pädagogische Praxis

10-tägige Fortbildung in Berlin an drei Wochenenden. Eine Teilnahme an allen Terminen ist vorgesehen. Die Fortbildungsgruppe umfasst bis zu 16 Teilnehmende.

Anfeindungen gegen feministische Errungenschaften und queere Lebensweisen sind nicht nur in rechtskonservativen Kreisen beliebt geworden. Mit anti-emanzipatorischen Äußerungen oder Angriffen werden Einzelpersonen, Gruppen von Menschen und Institutionen im beruflichen, privaten, öffentlichen oder digitalen Raum diffamiert und lächerlich gemacht. Antifeminismus lässt sich als Weltanschauung und Handlungsweise gegen die Modernisierung der Geschlechterverhältnisse begreifen. Er ist Kernbestandteil extrem rechter Ideologien und Mobilisierungen.

Termine

29.02.-03.03.2024 von Donnerstag 17Uhr bis Sonntag 16Uhr

19.04.-21.04.2024 von Freitag 10Uhr bis Sonntag 16Uhr

27.09.-29.09.2024 von Freitag 10Uhr bis Sonntag 16Uhr

Zielgruppe Die Fortbildungsreihe richtet sich an Bildungsarbeiter*innen, Trainer*innen, Sozialarbeiter*innen, Bildungsreferent*innen, Lehrkräfte und Pädagog*innen der Jugend- und Erwachsenenbildung, die selbst Bildungsformate im Themenbereich Antifeminismus durchführen möchten. Unabhängig von inhaltlichen Vorkenntnissen, eignet sich die Fortbildungsreihe zur beruflichen Weiterqualifizierung für Kolleg*innen mit langjähriger Berufserfahrung, ebenso wie Berufseinsteiger*innen und Ehrenamtliche.

Inhalte In dieser Seminarreihe bildest du dich für die eigenständige Entwicklung und Durchführung von Bildungsformaten zum Thema Antifeminismus fort. Die Fortbildung umfasst Wissensvermittlung zum Themenfeld, das Erlernen von Methoden der politischen Bildung, Reflexion der pädagogischen Rolle und die Stärkung der eigenen Handlungssicherheit.

Vermittelt werden umfangreiche Kenntnisse zu gegenwärtigen Erscheinungsformen von Antifeminismus und den historischen Entwicklungen in Deutschland sowie in internationalen Kontexten. Dabei werden antifeministische Akteur*innen, Narrative und Strategien vorgestellt. Außerdem setzen wir uns gemeinsam mit ideologischen Überschneidungen zum Rechtsextremismus auseinander. Diese Sensibilisierung ermöglicht dir, Antifeminismus im Bildungsbereich zu erkennen und zu begegnen. In der Seminargruppe erarbeitest du, welche Bedarfe es für Bildungsarbeit im Themenfeld Antifeminismus in deinem Arbeitsumfeld gibt. Gemeinsam erproben und diskutieren wir Methoden und Übungen zu Wissensvermittlung, persönlicher Auseinandersetzung mit dem Thema, Erweiterung von kreativen und kollektiven Handlungsmöglichkeiten sowie der Aktivierung von solidarischer Unterstützung und Kraftquellen. Die Fortbildungsreihe bietet dir einen Reflexionsrahmen zur Stärkung deiner professionellen Rolle und eigenen Haltung in der Bildungsarbeit. Im kollegialen Austausch besprichst du herausfordernde Situationen aus der Praxis und erweiterst deine Handlungsmöglichkeiten im Umgang mit Antifeminismus. Hierbei trainierst du Interventionsstrategien und Moderationstechniken und befasst dich aktiv mit Selbstschutz und Arbeitsbedingungen. Darüber hinaus kannst du in einem Praxisprojekt gelerntes Wissen und Methoden ausprobieren und in der Gesamtgruppe reflektieren. Du hast die Möglichkeit, neue Kolleg*innen kennenzulernen und dich zu vernetzen. Zusätzlich erhältst du Anknüpfungspunkte, dich eigenständig im Themenbereich weiterzubilden.

Arbeitsweisen Wir bemühen uns um eine wertschätzende und fehlerfreundliche Arbeitsatmosphäre, in der Fragen und Unsicherheiten Raum haben. Eine diskriminierungskritische Grundhaltung ist uns wichtig. Wir arbeiten mit einer Kombination aus Inputs, Gruppenarbeiten, Selbstreflexion und Biografiearbeit. Dazu zählen:

  • Erarbeiten von Inhalten mit kurzen Vorträgen, Medien und Materialien
  • Reflexionsübungen in Plenum, Kleingruppe, Tandem und Einzelarbeit
  • Erprobung und Diskussion von Methoden aus der politischen Bildung in ihrer Anwendung
  • Bewegungsübungen und Rollenspiele
  • Kollegialer Austausch und Beratung
  • pädagogische und konzeptionelle Anregungen durch die Seminarleitung
  • eigenständiger Praxistransfer, ggf. Planung und Reflektion eines kleinen Projekts
  • inhaltliche Vertiefung in Selbstlernzeit durch zusätzliches Material, z.B. Bücher, Broschüren, Podcasts, wissenschaftliche Beiträge, Filme
  • bei Interesse gemeinsames Freizeitprogramm

Zertifizierung Alle Teilnehmenden erhalten eine Teilnahmebescheinigung. Eine Zertifizierung kann mit der Durchführung und Reflexion eines mindestens vierstündigen Praxisprojekts sowie der Teilnahme an mindestens neun von zehn Seminartagen erlangt werden.

Durchführungsort: Berlin.Es gibt zwei Seminarräume. Einer der Räume ist im Erdgeschoss, der zweite Raum im 1. OG ist nur über eine Treppe erreichbar. Bitte gebt Mobilitätseinschränkungen und Unterstützungsbedarfe bei der Anmeldung mit an.

Kosten Die Teilnahme ist kostenlos.

Verpflegungveganes Mittagsessen kostenlos, Getränke und Pausenverpflegung auf Spendenbasis, Frühstück und Abendessen selbstorganisiert.

Übernachtung Selbstgewählte Unterkunft auf eigene Kosten.

Referent*innen

Laura Sasse, Bildungsreferent*in bei Dissens – Institut für Bildung und Forschung e.V.

Lena Besenhard, freiberuflich und Teil von stuhlkreis_revolte - Kollektiv für emanzipatorische Bildungsarbeit und Prozessbegleitung.

AnmeldungFür die Anmeldung sende bis spätestens 08.01.2024 eine E-Mail an anbeg@dissens.de. Bitte beantworte in der E-Mail folgende Fragen:

  • Warum möchtest du teilnehmen? Woher kommt dein Interesse?
  • In welchem Bereich bist du tätig oder welcher interessiert dich?
  • Was möchtest du noch über dich erzählen?
  • Welche Unterstützungsbedarfe für die Teilnahme hast du?

Wir behalten uns vor, von unserem Hausrecht Gebrauch zu machen und Personen, die rechtsextremen und/oder antifeministischen Parteien oder Organisationen angehören, der rechtsextremen und/oder antifeministischen Szene zuzuordnen sind, oder bereits in der Vergangenheit durch rassistische, nationalistische, antifeministische, antisemitische oder sonstige menschenverachtende Äußerungen in Erscheinung getreten sind bzw. während des Workshops damit in Erscheinung treten, den Zutritt zur Veranstaltung zu verwehren oder von dieser auszuschließen.

 

Der Workshop findet im Rahmen des Projekts „Antifeminismus begegnen – Demokratie stärken“ statt. Das Projekt wird vom Gunda-Werner-Institut der Heinrich-Böll-Stiftung, der Amadeu Antonio Stiftung und Dissens – Institut für Bildung und Forschung e.V. gemeinsam umgesetzt. Es wird gefördert vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend im Rahmen des Bundesprogramms „Demokratie leben!“.

 


29.02.2024

Vorstellung der BdP-Aufarbeitungsstudie im Presseclub München

Das Institut für Praxisforschung und Projektberatung (IPP) München stellt am 29.02.24 um 10 Uhr im Presseclub München gemeinsam mit Dissens - Institut für Bildung und Forschung e.V. die Ergebnisse der in den vergangenen Jahren durchgeführten Aufarbeitungsstudie im Bund der Pfadfinderinnen und Pfadfinder (BdP) vor. Weitere Teilnehmer*innen der Pressekonferenz sind eine Betroffene sowie Vertreter*innen des BdP-Bundesvorstands. 

Zur vollständigen Veranstaltungsankündigung geht es hier.


19.02.2024 - 19.02.2024

Abschlussveranstaltung des Projekts "Caring Masculinities in Action" – Förderung fürsorglicher, gewaltfreier Männlichkeiten

Dissens – Institut für Bildung und Forschung lädt herzlich zur Abschlussveranstaltung des Peer-to-Peer-Projekts "Caring Masculinities in Action" (CarMiA) am 19.02.2024 im Olof-Palme Zentrum im Wedding ein.

Räume für junge Menschen zur kritischen Auseinandersetzung mit Männlichkeiten gibt es viel zu wenig. Das Projekt CarMiA schließt diese Leerstelle, indem es für Jungen und junge Männer Räume für eine kritische Auseinandersetzung mit Männlichkeiten, Sexismus und die Förderung fürsorglicher Männlichkeiten (Caring Masculinities) schafft. Im Projekt wurden junge, engagierte Menschen zu Peer-Trainern ausgebildet und gaben Workshops an Berliner Schulen zu oben genannten Themen.

Auf der Abschlussveranstaltung werden wesentliche Erkenntnisse und Materialien aus dem von der Europäischen Kommission geförderten internationalen Verbund-Projekt vorgestellt und diskutiert. In Workshops werden die Berliner Peer-Trainer wesentliche Methoden des Projekts vorstellen.

Programm:

Hier geht es zum Program.

Anmeldung bitte unter: anmeldung-carmia-fachtag@dissens.de

Wir freuen uns auf einen anregenden Austausch!

Kosten: 

Für Catering und Organisation wird ein Teilnahmebeitrag von 10€ vor Ort in bar erhoben.

Ort: 

Olof-Palme Zentrum

Demminer Str. 8, 13355 Berlin

U Voltastraße

Zeit:

09:30 – 16:00 Uhr.


25.01.2024

Workshop: Antifeminismus in der Lehre – Inputworkshop für Professor*innen/ Lehrtätige

Wann: Donnerstag 25.01.2024, 16:00-17:30 Uhr.
Ort: online, via ZOOM
Zielgruppe: Professor*innen und Lehrtätige aller Hochschulen in Brandenburg.
Referent_innen: Laura Sasse - wissenschaftliche Mitarbeiterin und Bildungsreferentin bei Dissens – Institut für Bildung und Forschung e.V. | Projekt: Antifeminismus begegnen – Demokratie stärken

Inhalt
AntifemiWAS? Auch in Wissenschaft und Lehre erfahren Beschäftigte an Hochschulen antifeministische Anfeindungen. Dabei tritt Antifeminismus sehr verschieden auf. So berichten Lehrende von verbalen antifeministischen Äußerungen in Seminaren, Hassmails aufgrund geplanter Veranstaltungen zu geschlechtlicher Vielfalt sowie diffamierenden parlamentarischen Anfragen auf Hochschulprojekte im Themenfeld Gender Studies. Im Umgang mit Antifeminismus stehen Betroffene vor großen Herausforderungen und der Wunsch danach, souverän agieren zu können wird größer.

In diesem Inputworkshop steht eine inhaltliche Sensibilisierung für antifeministische Einflussnahme an Hochschulen im Vordergrund. Folgende Fragen werden näher beleuchtet: Was meinen wir eigentlich genau, wenn wir von Antifeminismus an der Hochschule sprechen? Welche Strategien, und Narrative verfolgen antifeministische Akteur*innen? Welche Unterstützung steht Betroffenen von Antifeminismus zur Verfügung?

Mit diesem Input werden insbesondere Professor*innen der brandenburgischen Hochschulen angesprochen. Anschließend an den Input besteht die Möglichkeit des Austauschs über Erfahrungen mit antifeministischen Anfeindungen und der gemeinsamen solidarischen Vernetzung unter Kolleg*innen verschiedener Hochschulstandorte im Land Brandenburg.

Organisatorisches:

Kosten: Die Teilnahme ist kostenfrei.

Anmeldung: Die Anmeldung erfolgt unter profinet@uni-potsdam. Weitere Informationen gibt es hier.

Wir behalten uns vor, von unserem Hausrecht Gebrauch zu machen und Personen, die rechtsextremen und/oder antifeministischen Parteien oder Organisationen angehören, der rechtsextremen und/oder antifeministischen Szene zuzuordnen sind, oder bereits in der Vergangenheit durch rassistische, nationalistische, antifeministische, antisemitische oder sonstige menschenverachtende Äußerungen in Erscheinung getreten sind bzw. während des Workshops damit in Erscheinung treten, den Zutritt zur Veranstaltung zu verwehren oder von dieser auszuschließen.

Barrieren: Der Inputworkshop findet online auf ZOOM in deutscher Lautsprache statt.

Der Workshop findet im Rahmen des Projekts „Antifeminismus begegnen – Demokratie stärken“ statt. Das Projekt wird vom Gunda-Werner-Institut der Heinrich-Böll-Stiftung, der Amadeu Antonio Stiftung und Dissens – Institut für Bildung und Forschung e.V. gemeinsam umgesetzt. Es wird gefördert vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend im Rahmen des Bundesprogramms „Demokratie leben!“.


07.12.2023

Workshop:Argumentations- und Handlungstraining gegen antifeministische Aussagen im Kontext von Hochschulen

Wann: Donnerstag 7.12.2023, 9-17 Uhr.
Ort: Wird noch bekannt gegeben.
Zielgruppe: Studierende der Universitäten/Hochschulen in Brandenburg.

Referent_innen: Maiken Schiele und Laura Sasse - wissenschaftliche Mitarbeiter*innen und Bildungsreferent*innen bei Dissens – Institut für Bildung und Forschung e.V.

Inhalt
Frauen- und queerfeindliche Aussagen von Lehrenden und Studierenden, antifeministische Ressentiments in der Hochschulpolitik sowie die Diffamierung von Gender Studies als unwissenschaftlich und ideologisch. Dies alles sind antifeministische Einflüsse auf Personen und Strukturen im Kontext von Hochschulen/Universitäten. Im Umgang mit antifeministischen Anfeindungen stehen Betroffene vor großen Herausforderungen und der Wunsch danach, souverän agieren zu können und schlagfertige Argumente parat zu haben, wird größer.

Doch was meinen wir eigentlich genau, wenn wir von Antifeminismus sprechen? Wie äußert sich Antifeminismus im Kontext von Hochschulen/Universitäten? Welche Strategien und Narrative verfolgen antifeministische Akteur*innen dabei? Und was können wir antifeministischen Äußerungen entgegensetzen?

Um diese Fragen geht es in dem eintägigen Workshop. Es werden Grundlagen zu Antifeminismus und möglichen Umgangsstrategien vermittelt. Vor allem aber geht es um die Stärkung von Solidarität, Kampfgeist und Kreativität im Umgang mit antifeministischen Äußerungen: Dabei werden verschiedene Umgangsweisen in Argumentationssituationen gemeinsam erprobt. Insbesondere die Arbeit an eigenen Fällen soll dabei im Mittelpunkt stehen. Außerdem wird es um den Austausch und das Sammeln von Ressourcen und Kraftquellen gehen, die (mental) stärkend sein können. Zuletzt soll auch ein Raum geschaffen werden, der die Möglichkeit bietet, sich mit anderen Studierenden in Brandenburg über den eigenen Hochschulstandort hinweg zu vernetzen.

Organisatorisches:

Kosten: Die Teilnahme ist kostenfrei.

Anmeldung: Die Anmeldung erfolgt hier. Weitere Informationen zur Veranstaltung finden Sie hier.

Wir behalten uns vor, von unserem Hausrecht Gebrauch zu machen und Personen, die rechtsextremen und/oder antifeministischen Parteien oder Organisationen angehören, der rechtsextremen und/oder antifeministischen Szene zuzuordnen sind, oder bereits in der Vergangenheit durch rassistische, nationalistische, antifeministische, antisemitische oder sonstige menschenverachtende Äußerungen in Erscheinung getreten sind bzw. während des Workshops damit in Erscheinung treten, den Zutritt zur Veranstaltung zu verwehren oder von dieser auszuschließen.

Barrieren: Das Seminar findet in deutscher Lautsprache statt.


01.12.2023

Workshop: Zur Verwobenheit von Antifeminismus mit anderen Ideologien der Ungleichwertigkeit

Der Workshop findet im Rahmen der zweitätigen Tagung "Gender ohne Trouble?! Anti-Gender-Diskurse und Gegenstrategien in Kirche und Gesellschaft" statt. Die Tagung ist eine Kooperationsveranstaltung der Bundesarbeitsgemeinschaft Kirche und Rechtsextremismus, des Studienzentrums der EKD für Genderfragen, des Katholischen Deutschen Frauenbund e.V. (KDFB) und des Projekts „Kirche für Demokratie. Verantwortung übernehmen – Teilhabe stärken“ der Katholischen Erwachsenenbildung im Land Sachsen-Anhalt e.V.

Wann: 1. Dezember, 10:50-11:20 Uhr
Ort: Stephansstift Hannover, Zentrum für Erwachsenenbildung (Kirchröder Str. 44, 30625 Hannover)
Zielgruppe: Zivilgesellschaftlich Engagierte (die im kirchlichen Raum arbeiten)
Referentin: Maiken Schiele

Inhalt:
Antifeminismus kann beschrieben werden als Weltanschauung bzw. Ideologie einer heterogenen Akteurskonstellation, die eine politische Agenda verfolgt und meist in organisierter Form auftritt. Antifeminist*innen richten sich mit ihren Bestrebungen sowohl gegen feministische und emanzipatorische Errungenschaften, als auch gegen die Auspluralisierung sexueller, geschlechtlicher und familiarer Lebensformen. „Der Feminismus“ wird als klares Feindbild gesetzt und dessen Vertreter*innen werden von massiven Angriffen und Anfeindungen bedroht.

Antifeminismus ist eng verwoben mit anderen Ideologien der Ungleichwertigkeit. So zeigen beispielsweise die Ergebnisse der Leipziger Autoritarismusstudie aus dem Jahr 2022 einen deutlichen Zusammenhang zwischen Antifeminismus sowie Homophobie, Antisemitismus und Rassismus.

Der Vortrag legt den Fokus auf die Intersektionen von Antifeminismus mit anderen Ideologien der Ungleichwertigkeit. Dafür wird zu Anfang das theoretische Konzept der „Intersektionalität“ erläutert, um anschließend näher auf die Intersektionen von Antifeminismus mit anderen Diskriminierungsformen einzugehen. Dabei wird auch ein Fokus auf die Betroffenenperspektive gelegt, um zugleich der Frage nachzugehen, wieso eine intersektionale Betrachtung von Antifeminismus so bedeutend ist.

Nach dem inhaltlichen Input wird es Zeit für Diskussion und Erfahrungsaustausch geben. Dabei können auch gemeinsam mögliche Handlungs- und Umgangsstrategien debattiert werden.

Organisatorisches:
Der Workshop findet im Rahmen der zweitätigen Tagung "Gender ohne Trouble?! Anti-Gender-Diskurse und Gegenstrategien in Kirche und Gesellschaft" statt. Die Tagung ist eine Kooperationsveranstaltung der Bundesarbeitsgemeinschaft Kirche und Rechtsextremismus, des Studienzentrums der EKD für Genderfragen, des Katholischen Deutschen Frauenbund e.V. (KDFB) und des Projekts „Kirche für Demokratie. Verantwortung übernehmen – Teilhabe stärken“ der Katholischen Erwachsenenbildung im Land Sachsen-Anhalt e.V. Weitere Informationen zum Fachtag sind hier erhältlich.

Kosten: Die Veranstalter*innen erheben eine Tagungsgebühr von 35 Euro. Darin enthalten sind ein Abendessen am Donnerstag, ein Mittagessen am Freitag und Kaffee und Kuchen zwischendurch. Zudem ist ein kleines Kontingent an Zimmern im Stephansstift gebucht, die für 80 Euro über den Anmeldelink reserviert werden können.

Anmeldung: Anmeldungen sind hier möglich.

Wir behalten uns vor, von unserem Hausrecht Gebrauch zu machen und Personen, die rechtsextremen und/oder antifeministischen Parteien oder Organisationen angehören, der rechtsextremen und/oder antifeministischen Szene zuzuordnen sind, oder bereits in der Vergangenheit durch rassistische, nationalistische, antifeministische, antisemitische oder sonstige menschenverachtende Äußerungen in Erscheinung getreten sind bzw. während des Workshops damit in Erscheinung treten, den Zutritt zur Veranstaltung zu verwehren oder von dieser auszuschließen.

Barrieren: Der barrierefreie Zugang zur Veranstaltung ist möglich.
 

Der Workshop findet im Rahmen des Projekts „Antifeminismus begegnen – Demokratie stärken“ statt. Das Projekt wird vom Gunda-Werner-Institut der Heinrich-Böll-Stiftung, der Amadeu Antonio Stiftung und Dissens – Institut für Bildung und Forschung e.V. gemeinsam umgesetzt. Es wird gefördert vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend im Rahmen des Bundesprogramms „Demokratie leben!“.

 


15.11.2023

Impulsvortrag: Sexismus überall? Eingriffe in die Autonomie von jungen Menschen

Wann: 15. November, 14:30-16:00 Uhr
Ort: Online
Zielgruppe: Pädagogische Fachkräfte
Referentin: Maiken Schiele

Inhalt:
Sexistische Sprüche, Übergriffe und Abwertungen aufgrund verengter Geschlechterbilder gehört nach wie vor zum Alltag von Mädchen und Frauen. Sexismus gehört auch zum Alltag vieler inter, trans* und nicht-binärer Personen, die als Mädchen oder Frauen wahrgenommen werden oder in der Vergangenheit als solche wahrgenommen wurden, obwohl sie dies nicht (oder nur teilweise) sind. Geschlechteranforderungen, wie junge Menschen sich zu verhalten, auszusehen, zu lieben und zu fühlen haben, können sich auf ihre freie Entfaltung auswirken.

Sexismus und diskriminierendes Verhalten stehen im engen Zusammenhang mit Antifeminismus und spielen auch im pädagogischen Bereich eine wichtige Rolle. Für pädagogische Fachkräfte ist ein sensibler Umgang aber auch entschiedenes Eingreifen notwendig, um Schutz und Widerspruch bei (verbalen) Angriffen zu leisten. 

Organisatorisches:
Die Veranstaltung findet im Rahmen des Netzwerkprojekts „Alles Glaubenssache? Prävention und politische Bildung in einer Gesellschaft der Diversität“ der Evangelischen Trägergruppe für gesellschaftspolitische Jugendbildung sowie im Rahmen des Projekts „Antifeminismus begegnen – Demokratie stärken“ statt. Das Projekt wird vom Gunda-Werner-Institut der Heinrich-Böll-Stiftung, der Amadeu Antonio Stiftung und Dissens – Institut für Bildung und Forschung e.V. gemeinsam umgesetzt. Es wird gefördert vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend im Rahmen des Bundesprogramms „Demokratie leben!“.

Kosten: Die Teilnahme ist kostenfrei.

Anmeldung: Anmeldungen sind hier möglich.


13.10.2023

Workshop: Argumentations- und Handlungstraining gegen Antifeminismus

Der Workshop findet im Rahmen des Fachtags "Antifeminismus in der pädagogischen Praxis - Herausforderungen und Handlungsmöglichkeiten" statt. Der Fachtag ist ein Kooperationsprojekt zwischen Zentrum für Demokratie, aras* - politische Bildung an Schulen und Partnerschaft für Demokratie Treptow-Köpenick.

Wann: 13.Oktober, 11:00-15:30 Uhr
Ort: Rathaus Treptow (Neue Krugallee 2-6, 12435 Berlin)
Zielgruppe: Pädagogische Fachkräfte
Referentin: Jana Haskamp

Inhalt:
Der Einfluss antifeministischer Strömungen auf verschiedene Bereiche der Gesellschaft hat in den letzten Jahren stark zugenommen und zeigt sich in unterschiedlichem Gewand: In Angriffen gegen trans Rechte und Gleichstellungspolitiken für Frauen und Männer, in Mobilisierungen gegen das Recht auf körperliche Selbstbestimmung oder gegen Bildungsangebote, welche die Akzeptanz geschlechtlicher, sexueller und familiarer Vielfalt zum Ziel haben.

Der Workshop verfolgt das Ziel, Fachkräfte mit Argumenten und Argumentationsstrategien gegen antifeministische Äußerungen auszustatten und gemeinsam Handlungsstrategien gegen diskriminierende und vielfaltsfeindliche Standpunkte zu entwickeln.

Organisatorisches:
Der Workshop findet im Rahmen des Fachtags "Antifeminismus in der pädagogischen Praxis - Herausforderungen und Handlungsmöglichkeiten" statt. Der Fachtag ist ein Kooperationsprojekt zwischen Zentrum für Demokratie, aras* - politische Bildung an Schulen und Partnerschaft für Demokratie Treptow-Köpenick. Weitere Informationen zum Fachtag sind hier erhältlich.

Kosten: kostenfrei
Anmeldung: Anmeldung erforderlich unter aras@offensiv91.de (bitte geben Sie ihren Workshopwunsch an)

Wir behalten uns vor, von unserem Hausrecht Gebrauch zu machen und Personen, die rechtsextremen und/oder antifeministischen Parteien oder Organisationen angehören, der rechtsextremen und/oder antifeministischen Szene zuzuordnen sind, oder bereits in der Vergangenheit durch rassistische, nationalistische, antifeministische, antisemitische oder sonstige menschenverachtende Äußerungen in Erscheinung getreten sind bzw. während des Workshops damit in Erscheinung treten, den Zutritt zur Veranstaltung zu verwehren oder von dieser auszuschließen.

Barrieren: Der barrierefreie Zugang zur Veranstaltung ist eingeschränkt möglich. Sollten Sie Unterstützungsbedarfe haben melden Sie sich gerne direkt an Organisationsteam.
 

Der Workshop findet im Rahmen des Projekts „Antifeminismus begegnen – Demokratie stärken“ statt. Das Projekt wird vom Gunda-Werner-Institut der Heinrich-Böll-Stiftung, der Amadeu Antonio Stiftung und Dissens – Institut für Bildung und Forschung e.V. gemeinsam umgesetzt. Es wird gefördert vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend im Rahmen des Bundesprogramms „Demokratie leben!“.

 


29.09.2023 - 30.09.2023

Netzwerktagung "Antifeminismus begegnen - Demokratie stärken" - in Bildung und Sozialer Arbeit

Die Gleichstellung der Geschlechter und die Akzeptanz der Vielfalt von Lebensweisen sind doch längst erreicht, Feminismus wird nicht mehr gebraucht, oder? Auf diese Idee kann man kommen, bewegt man sich beispielsweise nur in bestimmten Bereichen der Sozialen Medien und bezieht überwiegend dort Informationen. Das betrifft vor allem, aber nicht nur, Jugendliche und junge Erwachsene. Rechtsextremistische und antifeministische Gruppierungen wissen das und nutzen gezielt Plattformen wie Instagram, Telegram, Tiktok und Co. um emanzipatorische Errungenschaften und eine offene Gesellschaft zu bekämpfen. Die Botschaften sind zumeist homo- und trans* feindlich, sexistisch, frauenfeindlich, rassistisch oder transportieren gewaltbereite Männlichkeitsbilder. Sie richten sich in menschenfeindlicher Art und Weise gegen bestimmte Gruppen der Gesellschaft. Doch auch außerhalb der sozialen Medien finden wir dieses Phänomen.

Im Blickpunkt: Bildung und Soziale Arbeit

Fachkräfte in Schule, Bildung, Kinder- und Jugendhilfe und Sozialer Arbeit sind mit den Auswirkungen antifeministischer Botschaften konfrontiert – sowohl bei ihren Adressat*innen als auch in ihrer Arbeit selbst. Sie stehen vor der Herausforderung, angemessene Antworten, Reaktionen und pädagogische Interventionen zu finden, z. B. in der Zusammenarbeit mit Kolleg*innen oder mit Eltern/ Bezugspersonen.

Die inzwischen zweite Netzwerktagung des Verbundprojekts „Antifeminismus begegnen - Demokratie stärken“, das von der Amadeu Antonio Stiftung, dem Gunda-Werner-Institut der Heinrich Böll Stiftung und von Dissens - Institut für Bildung und Forschung e.V. gemeinsam umgesetzt wird, bringt bundesweit Menschen aus unterschiedlichen Handlungsfeldern zusammen. Im Mittelpunkt steht die Möglichkeit Erfahrungen auszutauschen, eigene Expertise einzubringen und voneinander zu lernen. Das Programm wird vor allem durch Personen aus dem Netzwerk gestaltet und zusätzlich durch neue Impulse ergänzt. Der Fokus liegt in diesem Jahr auf den Handlungsfeldern Bildung und Soziale Arbeit. Unser Dank gilt allen, die Vorschläge für Themen, Panels und Workshops eingereicht haben und so den Austausch im Netzwerk unterstützen.

Die Veranstaltung richtet sich insbesondere an Partner*innen des Bundesprogramm „Demokratie leben!, staatliche und zivilgesellschaftliche Akteur*innen bzw. Multiplikator*innen, Menschen, die in der sozialen Arbeit/Beratung, Bildung oder Politik aktiv sind, an von Antifeminismus betroffene Personen und an Menschen, die sich für die Themen (Anti-)Feminismus, Sexismus und Geschlechterverhältnisse interessieren.

Weitere Informationen zum Programm gibt es hier. Anmeldungen sind auf dieser Seite möglich. 

Eine Veranstaltung des Verbundprojektes „Antifeminismus begegnen – Demokratie stärken“ und der Petra-Kelly-Stiftung.

Kontakt


12.07.2023 - 02.08.2023

Online-Seminarreihe: Emanzen, Alphamädchen oder Heilsbringerinnen?

Eine Online-Seminarreihe mit Katharina Debus zu Weiblichkeitsanforderungen zwischen Traditionalität und Modernisierung und zur subjektiven Funktionalität von Diskriminierung sowie Antifeminismus von Seiten von Frauen und Mädchen

Emanzen, Alphamädchen oder Heilsbringerinnen?

Eine Online-Seminarreihe mit Katharina Debus zu Weiblichkeitsanforderungen zwischen Traditionalität und Modernisierung und zur subjektiven Funktionalität von Diskriminierung sowie Antifeminismus von Seiten von Frauen und Mädchen

im Rahmen des Projekts Schnittstelle Geschlecht – Geschlechterreflektierte Bildung als Prävention von Sexismus, Vielfaltsfeindlichkeit und Rechtsextremismus von Dissens – Institut für Bildung und Forschung

Ausschreibung zum Download als pdf

Frauen, Mädchen und Weiblichkeit werden heute im öffentlichen Diskurs sehr widersprüchlich thematisiert. Postfeministische Diskurse behaupten, Frauen und Mädchen seien längst Männern und Jungen gleichgestellt und wer heute noch feministisch sei, sei realitätsfremd, hänge einer Opfermentalität an oder sei männerhassend und sexuell frustriert. Außerdem würden feministische Interventionen wie #metoo nur zu mehr Verkrampftheit zwischen den Geschlechtern führen. Oft wird der Blick auf die Erfolge bestimmter Frauen gelenkt und Empowerment verkürzt als eine Individualisierung weiblichen Erfolgs verstanden – mit viel individueller Stärkung, aber ohne Herrschaftskritik. Gleichzeitig werden Frauen und Mädchen oft als die weniger diskriminierenden Wesen adressiert und als Heilsbringerinnen für eine bessere Zukunft idealisiert. Sie verhalten sich aber dennoch ebenfalls diskriminierend und antifeministisch. Unter anderem in antifeministischen und vielfaltsfeindlichen Diskursen lassen sich dabei Spuren finden, was solche Verhaltens- und Denkangebote auch für Frauen und Mädchen attraktiv machen könnte.

Die Online-Seminarreihe nähert sich diesem Komplex aus verschiedenen Perspektiven. Dabei liegt der Fokus auf Deutschland.

Manche Bausteine der Online-Seminarreihe sind einzeln buchbar, andere nur in Kombination bzw. kombiniert mit einer Textlektüre oder dem Anschauen einer Online-Dokumentation. Bitte beachtet/beachten Sie die Hinweise zu Voraussetzungen und Zielgruppen in den einzelnen Modulbeschreibungen.

Modul-Überblick

Ausführlichere Modul-Beschreibungen folgen unten.

  • Mi, 12.7., 15:45-20h, Modul 1: Widersprüchlich und anstrengend! Ein Online-Seminar zu aktuellen Weiblichkeitsanforderungen zwischen Traditionalität und Modernisierung. Offen für alle Interessierten.
  • Mi, 19.7., 15:45-20h, Modul 2: Selbstreflexion zu Weiblichkeitsanforderungen. Zielgruppe:  Frauen und für Menschen, die als Mädchen (fremd)sozialisiert wurden. Voraussetzung: Teilnahme an Modul 1 oder entsprechende Nacharbeiten (s.u.).
  • Mi, 26.7., 15:45-20h, Modul 3: Warum verhalten sich Menschen diskriminierend? Ein Online-Seminar zur subjektiven Funktionalität diskriminierender Einstellungen und Verhaltensweisen. Offen für alle Interessierten. Quereinstieg ohne Nacharbeiten möglich.
  • Mi, 2.8., 15:45-20h, Modul 4:Friedfertige Frauen und Mädchen? Ein Online-Seminar zur subjektiven Funktionalität von Diskriminierung vor dem Hintergrund von Weiblichkeitsanforderungen. Offen für alle Interessierten. Voraussetzung: Teilnahme an oder Nacharbeiten von Modul 1 und 3 (s.u.).

Informationen zur Referentin

https://katharina-debus.de/ueber-katharina-debus/.    

Organisatorisches

Kosten: Die Teilnahme ist kostenfrei.

Anmeldung: Die Anmeldung erfolgt unter anmeldung@katharina-debus.de mit folgenden Angaben:

  • Name
  • Wohnort
  • Organisation bzw. Institution bzw. Tätigkeit (das darf gerne auch fachfremd sein, die Reihe richtet sich an alle Interessierten, unabhängig von beruflicher oder aktivistischer Tätigkeit, bitte die Zielgruppenbeschreibungen der einzelnen Module bzgl. Geschlecht beachten)
  • gewählte Module
  • ggf. Rückfragen bzw. Anliegen.

Da die Plätze in den Modulen begrenzt sind, bitten wir um verbindliche Anmeldungen und ggf. rechtzeitige Absagen, um dann Menschen auf der Warteliste berücksichtigen zu können. Aufgrund der Förderung durch den Berliner Senat sind wir gehalten, Teilnehmende mit Wohn- bzw. Arbeitsort in Berlin bevorzugt zu berücksichtigen.

Zoom: Die Online-Seminare finden passwortgeschützt über Zoom statt.

Technische Ausstattung: Teilnehmende brauchen eine Kamera und ein Mikrophon bzw. ein Headset. Es empfiehlt sich eine Teilnahme über einen Computer. Eine Teilnahme über Smartphone oder Tablet ist möglich, aber durch den kleinen Bildausschnitt erfahrungsgemäß anstrengend und es steht nicht der volle Funktionsumfang zur Verfügung.

Barrieren: Die Vorträge finden in Lautsprache statt und werden durch Powerpoint-Visualisierungen unterstützt. Diese können bei Bedarf vorab zugesandt werden. Bei rechtzeitiger Nachricht bemühe ich mich darum, so vorzutragen, dass der Vortrag auch ohne die Visualisierungen zu verstehen ist.

Datenschutz & Aufzeichnungen: Die Teilnehmenden-Dokumentation für die Fördergeber*innen findet per Screenshot mit ausgeschalteten Videos statt. Die Vorträge der Module 1, 3 und 4 werden aufgezeichnet. Dabei werden nur die Referentin und die Präsentation aufgezeichnet. Die Privatsphäre der Teilnehmenden bleibt gewahrt. Die Anmeldung gilt als Einverständnis mit diesen Aufzeichnungen der Referentin und Präsentation. Sie gilt ebenfalls als Einverständnis mit der Speicherung der im Anmeldevorgang genannten Daten zum Zweck der Teilnehmenden-Verwaltung. Genauere Hinweise zum Datenschutz in der Veranstaltung finden sich hier: https://www.dissens.de/disclaimer. Bzgl. der Datenschutzbestimmen von Zoom verweisen wir auf die Datenschutzaussagen von Zoom, wir übernehmen keine Verantwortung für Zuwiderhandlungen durch den Plattformbetreiber, da diese außerhalb unseres Einflusses liegen. Rückfragen zu technischen Einstellungen im Seminar können an die Anmeldeadresse gerichtet werden.

Modul 1:

Widersprüchlich und anstrengend!

Ein Online-Seminar zu aktuellen Weiblichkeitsanforderungen zwischen Traditionalität und Modernisierung

Mittwoch, 12.7., 16-20h, Technik-Check-In ab 15:45h

Zielgruppe: Alle Interessierten aller Geschlechter und Zugehörigkeiten. Transfers werden öfter einen Blick auf Pädagogik werfen, aber auch Nicht-Pädagog*innen sind herzlich willkommen. Ich bemühe mich um eine gut verständliche Sprache, aber Fremdwörter werden aufgrund der zeitlichen Dichte immer wieder vorkommen. Es darf dazu sehr gerne nachgefragt werden.

Dieses Online-Seminar besteht wesentlich aus einem Vortrag mit kürzeren Austauschphasen in Zufallsgruppen und einer Pause. Der Fokus liegt auf Weiblichkeitsanforderungen, also gesellschaftlichen Bildern, wie Menschen sein und sich verhalten müssen, um als ‚richtige‘ oder ‚normale‘ Frauen oder Mädchen zu gelten, und auf deren Konsequenzen. Unter anderem wird es um Widersprüchlichkeiten zwischen Traditionalität und Modernisierung, Überforderung und Balance-Akte, Schamgefühle beim Scheitern an emanzipatorischen Ansprüchen, Distanz zu Feminismus, Weiblichkeit und Frauen, sowie Bescheidenheits-, Selbstlosigkeits- und Selbstkritik-Ansprüche gehen.

Der Vortrag beschäftigt sich mit engen gesellschaftlichen Bildern von Weiblichkeit, es geht also mehr um einschränkende Muster und Normen als um Vielfalt und Individualität. Dabei geht es nicht darum, wie ‚die‘ Frauen oder Mädchen sind, sondern um die Effekte gesellschaftlicher Bilder.

Modul 2:

Selbstreflexion zu Weiblichkeitsanforderungen

Ein Online-Seminar für Frauen und für Menschen, die als Mädchen (fremd)sozialisiert wurden

Mittwoch, 19.7., 16-20h, Technik-Check-In 15:45h

Zielgruppe: Das Online-Seminar richtet sich an Menschen, die Lust haben, in diesem Kontext eigene Erfahrungen mit Weiblichkeitsanforderungen zu reflektieren. Es ist offen für Menschen, die heute als Frauen leben, und für Menschen, die von anderen in ihrer Kindheit und/oder Jugend dauerhaft als Mädchen behandelt wurden (es geht nicht um einmalige Verwechslungen). Rückfragen ggf. gerne unter der Anmelde-Adresse.

Teilnahme-Voraussetzungen siehe unten.

Aufbauend auf dem Vortrag des ersten Moduls wird dieses Online-Seminar einen Raum und Anregungen für Austausch zu eigenen Erfahrungen mit Weiblichkeitsanforderungen bieten. Wir werden zwischen Plenum, kürzeren zufälligen Kleingruppen und mindestens einer Phase in selbstgewählten Kleingruppen wechseln. Ich werde moderieren, eigene Erfahrungen zur Verfügung stellen und theoretische Einordnungen anbieten.

Voraussetzungen: Dieses Online-Seminar richtet sich primär an Teilnehmende aus Modul 1 (dieses Jahr oder in den vergangenen Jahren) und/oder Menschen, die diesen Vortrag von mir aus Fortbildungen kennen. Wenn das lange zurückliegt, bitte ich um vorbereitende Auffrischung. Alternativ ist eine Teilnahme auch möglich, wenn vorbereitend der Text: Katharina Debus (2012): Und die Mädchen? unter http://www.jungenarbeit-und-schule.de/material/abschlusspublikation gelesen wird oder die Videodokumentation des ersten Moduls angeschaut wird. Ich stelle diese nach dem Abschluss von Modul 1 für alle Teilnehmenden von Modul 2 bereit.

Informierte Teilnahme: Der Fokus dieses Online-Seminars liegt auf der Beschäftigung mit Weiblichkeitsanforderungen und deren Wirkungen auf das eigene Leben. Die Teilnehmenden sollten bereit sein, verschiedene Realitäten von trans*[1], inter*[2] und cis[3] Menschen mitzudenken[4] und sich um ein inklusives Herangehen im Sinne der oben genannten Zielgruppen zu bemühen.

Da u.a. Körper, Identitäten und Sozialisationserfahrungen für verschiedene trans*, inter* und cis Menschen in unterschiedlicher Weise von Bedeutung sind, ist eine Teilnahme nur zu empfehlen, wenn es gerade passt, mit Differenzen in der Selbstwahrnehmung und Sprache umzugehen und wenn eine wohlwollende und fehlerfreundliche Haltung möglich ist. Ich werde mich um eine vertrauensvolle und warme Atmosphäre mit Kennenlernen am Anfang bemühen. Dennoch handelt es sich bei diesem Seminar nicht um einen Safe Space, in dem Verletzungen ausgeschlossen werden können, sonderneher um einen Braver Space, der sich um eine wohlwollende Atmosphäre bemüht, in der unter Umständen zeitweise die Komfortzone verlassen wird, Irritationen und Widerspruch möglich sind und Schmerz thematisiert werden kann – alles auf der Grundlage eines ernsthaften Bemühens um nicht-diskriminierendes Handeln.

Ich (Katharina Debus) bin selbst cis Frau, wurde also bei Geburt zum Mädchen erklärt und empfinde für mich mein Frau-Sein als Empowerment-Identität. Ich bemühe mich darum, verschiedene andere cis sowie trans* und inter* Perspektiven auf Weiblichkeitsanforderungen einzubeziehen.

Alle Teilnehmenden sollten vorher überlegen, ob dies ein Angebot ist, das zu diesem Zeitpunkt für Euch/Sie passt. Eine Thematisierung von Unwohlsein und Kritik ist möglich, der Fokus soll aber auf dem persönlichen Austausch zu eigenen Erfahrungen liegen, nicht auf der Meta-Ebene, und ich fühle mich dafür verantwortlich, diesen Fokus zu halten.

Modul 3:

Warum verhalten sich Menschen diskriminierend?

Ein Online-Seminar zur subjektiven Funktionalität diskriminierender Einstellungen und Verhaltensweisen

Mittwoch, 26.7., 16-20h, Technik-Check-In ab 15:45h

Zielgruppe: Alle Interessierten aller Geschlechter und Zugehörigkeiten. Transfers werden öfter einen Blick auf Pädagogik werfen, aber auch Nicht-Pädagog*innen sind herzlich willkommen. Ich bemühe mich um eine gut verständliche Sprache, aber Fremdwörter werden aufgrund der zeitlichen Dichte immer wieder vorkommen. Es darf dazu sehr gerne nachgefragt werden.

Quereinstieg willkommen! Es muss vorher nichts vorbereitet werden.

Aus den Fehlern der Rechtsextremismusprävention der 1990er Jahre konnten wir lernen, dass die (nicht nur) pädagogische Diskriminierungsprävention auf mindestens 3 Säulen stehen sollte: 1. dem Empowerment von Menschen, denen Diskriminierung widerfährt oder widerfahren könnte, 2. der Stärkung nicht-diskriminierender Räume, Verhaltensweisen und Subkulturen sowie 3. der präventiven Arbeit mit Menschen, die diskriminierend handeln oder die in Zukunft diskriminierend handeln könnten.

Der Ansatz der subjektiven Funktionalität von Diskriminierung ist eher unter 2. und 3. zu verorten. Er wurde in der Kritischen Psychologie entwickelt und von verschiedenen Aktivist*innen, Forscher*innen und Pädagog*innen weiterentwickelt. Er geht davon aus, dass Menschen nicht nur aus bösem Willen, Privilegiertheit oder Mangel an besserem Wissen diskriminierend denken und handeln, sondern dass dieses Denken und Handeln oft weitere subjektiv sinnhafte Funktionen erfüllt. Ohne präventiv an diesen Funktionen anzusetzen und Alternativen zu erarbeiten, kann Prävention nur sehr eingeschränkt gelingen.

Das Online-Seminar führt in den Ansatz der subjektiven Funktionalität von Diskriminierung ein und stellt Thesen zu diesen Funktionalitäten auf. Es geht dabei nicht um eine Entschuldigung diskriminierender Denk- und Verhaltensweisen, sondern um deren bessere Durchdringung. Diese ist als Basis zur Einordnung und zielgerichteteren Prävention gedacht. Das Seminar besteht wesentlich aus einem Vortrag, der von kleinen Austauschphasen in Zufallsgruppen und einer Pause unterbrochen wird.

Modul 4:

Friedfertige Frauen und Mädchen?

Ein Online-Seminar zur subjektiven Funktionalität von Diskriminierung vor dem Hintergrund von Weiblichkeitsanforderungen

Mittwoch, 2.8., 16-20h, Technik-Check-In 15:45h

Zielgruppe: Alle Interessierten aller Geschlechter und Zugehörigkeiten. Transfers werden öfter einen Blick auf Pädagogik werfen, aber auch Nicht-Pädagog*innen sind herzlich willkommen. Ich bemühe mich um eine gut verständliche Sprache, aber Fremdwörter werden aufgrund der zeitlichen Dichte immer wieder vorkommen. Es darf dazu sehr gerne nachgefragt werden.

Teilnahme-Voraussetzungen siehe unten.

Diskriminierendes Denken und Handeln können, neben Privilegiensicherung etc., auch ein Ergebnis der individuellen Verarbeitung eigener Diskriminierungserfahrungen sein oder Umgangsweisen mit solchen Erfahrungen bzw. engen gesellschaftlichen Geschlechternormen darstellen (vgl. Beschreibung Modul 3 zu subjektiver Funktionalität). Dies gilt auch für diskriminierendes Verhalten und antifeministische Angriffe und Abgrenzungen auf Seiten von Frauen und Mädchen. Aufbauend auf den Vorträgen des ersten und dritten Moduls (Ersatzmöglichkeiten siehe unten) wird es in diesem Online-Seminar um spezifische Motivationen für diskriminierendes Verhalten vor dem Hintergrund von Weiblichkeitsanforderungen gehen. Auch dieses Online-Seminar ist zentral um einen Vortrag strukturiert, der in diesem Fall vor allem Thesen aufstellt, die als Anregung für die eigene Analyse und Praxis der Teilnehmenden gedacht sind. Auch hier wird es mindestens kurze Austauschphasen in Zufallsgruppen und eine Pause geben.

Voraussetzungen: Dieses Online-Seminar richtet sich primär an Teilnehmende aus den Modulen 1 und 3 (in diesem oder den vergangenen Jahren) bzw. Teilnehmende, die die entsprechenden Vorträge von mir aus Fort-/Weiterbildungen kennen. Wenn dies länger her ist, bitte ich um vorherige Auffrischung. Alternativ ist eine Teilnahme auch möglich, wenn zum Ersatz von Modul 1 vorbereitend der Text: Katharina Debus (2012): Und die Mädchen? unter http://www.jungenarbeit-und-schule.de/material/abschlusspublikation und zum Ersatz von Modul 3 der Text: Katharina Debus (2014): Rechtsextremismus als Suche nach Handlungsfähigkeit unter https://www.boeckler.de/pdf/p_arbp_302.pdf gelesen wird oder wenn alternativ die Videodokumentationen des ersten und dritten Moduls angesehen werden. Ich stelle diese nach dem Abschluss des jeweiligen Moduls für alle Teilnehmenden von Modul 4 bereit.

 

Diese Online-Seminar-Reihe findet im Rahmen des Projekts Schnittstelle Geschlecht – Geschlechterreflektierte Bildung als Prävention von Sexismus, Vielfaltsfeindlichkeit und Rechtsextremismus von Dissens – Institut für Bildung und Forschungstatt. Das Projekt wird gefördert von der Berliner Senatsverwaltung für Arbeit, Soziales, Gleichstellung, Integration, Vielfalt und Antidiskriminierung, im Rahmen des Landesprogramms gegen Rechtsextremismus, Rassismus und Antisemitismus.

 

[1] Trans* Teilnehmende sind in Modul 2 willkommen, wenn sie entweder bei Geburt als Junge in die Geburtsurkunde eingetragen wurden und heute als Frau leben und/oder von anderen als Frau gelesen werden. Oder wenn sie in der Kindheit und/oder Jugend als Mädchen behandelt wurden und heute als ein anderes Geschlecht leben, z.B. als Mann, nicht-binär, genderqueer, agender etc., und Lust haben, sich mit den Effekten von Weiblichkeitsanforderungen für ihr Leben zu beschäftigen.

[2] Inter* Teilnehmende sind in Modul 2 willkommen, wenn sie heute als Frau leben, unabhängig davon, welches Geschlecht in die Geburtsurkunde eingetragen wurde. Und/oder wenn sie in ihrer Kindheit bzw. Jugend als Mädchen behandelt wurden, unabhängig davon, als welches Geschlecht sie heute leben (z.B. Inter*, Frau, Mann, nicht-binär etc.) und Lust haben, sich mit den Effekten von Weiblichkeitsanforderungen für ihr Leben zu beschäftigen.

[3] Alle cis Frauen sind in Modul 2 willkommen, also Frauen oder Mädchen, die bei Geburt als Mädchen in die Geburtsurkunde eingetragen wurden und heute als Frauen leben. Da es verschiedene Definitionen von cis gibt: Ich meine damit nicht nur Frauen, die sich total enthusiastisch als Frau identifizieren, sondern alle, die sich (mit unterschiedlichen Graden zwischen Begeisterung, Pragmatismus, Gesellschaftskritik, Empowerment oder einem ‚ist halt irgendwie so‘) derzeit irgendwie als Frau verstehen bzw. verorten.

[4] Es ist für die Teilnahme am Seminar nicht notwendig, all diese Begriffe zu kennen. Es sollte nur nicht überraschen, wenn Menschen teilnehmen, die andere als die eigenen Erfahrungen mitbringen und es sollte ein ehrliches Bemühen vorhanden sein, sie mit ihren Erfahrungen, Identitäten, Körpern und Selbstbeschreibungen zu akzeptieren und respektieren. Wer sich weiter informieren will, findet Begriffserklärungen u.a. in unserem Glossar unter https://interventionen.dissens.de/materialien/glossar.