Lernen zu geschlechtlicher und sexueller Vielfalt mit Videoclips

Tamás Jules Fütty

Um Lernprozesse zu geschlechtlicher und sexueller Vielfalt sowie über die alltägliche Gewalt durch Normen, Normierungen und Othering-Praktiken gegenüber Menschen, die der heteronormativen Zweigeschlechtlichkeit nicht entsprechen, zu gestalten, sollte zusätzlich zu der theoretisch-kognitiven Auseinandersetzung auch auf der emotionalen Affekt-Ebene angesetzt werden. Die Ebene von Affekt, „sich in Bezug setzen“ und „emo-tional berührt werden“, kann im Zeitalter der Digitalisierung und Web 2.0 auch durch die pädagogische Arbeit mit Videoclips produktiv angeregt werden. In diesem Workshop soll exemplarisch in die pädagogische Arbeit mit Videoclips zu geschlechtlicher und sexueller Vielfalt eingeführt werden. Zudem wollen wir gemeinsam in einer Methodenreflexion Vor- und Nachteile sowie Fallstricke in der pädagogischen Arbeit mit Videoclips diskutieren und notwendige Reflexionskriterien für die Auswahl und den Einsatz von Videoclips erarbeiten.

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Trans* und Schule – Strukturelle und persönliche Unterstützungsmöglichkeiten

Finn Lorenz

Häufig sind pädagogische Fachkräfte verunsichert, wie sie trans* Schüler_innen unterstützen können, was erlaubt ist, was nicht, was hilfreich sein könnte, was in ihrem Einflussbereich liegt etc. In diesem Workshop sollen verschiedene Unterstützungsmöglichkeiten erörtert werden – vom Umgang mit Toiletten, Umkleiden und Namen auf Zeugnissen/Klassenlisten bis hin zu Möglichkeiten der Unterstützung im persönlichen Kontakt mit trans* Schüler_innen und ihren Mitschüler_innen.

Der Workshop bezieht sich schwerpunktmäßig auf den Kontext Schule, viele Inhalte sind aber auch für pädagogische Fachkräfte aus anderen Kontexten, wie z.B. Jugendfreizeiteinrichtungen oder Wohngruppen, relevant.

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Dilemmata navigieren - Lernen zu Diskriminierung in heterogenen Gruppen

Vivien Laumann & Andreas Hechler

In fast allen Bildungskontexten haben wir es mit sehr heterogenen Gruppen zu tun. Durch unterschiedliche Zugehörigkeiten/Positionierungen, Erfahrungen, Verletzlichkeiten und Wissensstände kann es beim Lernen zum Thema Diskriminierung zu besonderen Herausforderungen kommen. Im Workshop werden wir uns mit typischen Dynamiken und Dilemmata beschäftigen, die wir sowohl aus der Erwachsenenbildung als auch aus politischen Diskussionen zum Thema Diskriminierung kennen, die wir häufig als lähmend und unproduktiv erleben. Ein Verständnis von Dilemmata und Balanceakten kann helfen, (wieder) handlungsfähig zu werden. Wir legen in diesem Workshop einen Fokus auf die Arbeit mit Erwachsenen, einige Elemente können aber auch für die Arbeit mit Jugendlichen anregend sein.

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Der große Preis

Iven Saadi

Der große Preis ist eine für die Arbeit mit Jugendlichen und Erwachsenen geeignete simulierte Quizshow. Sie zielt darauf ab, die Teilnehmenden spielerisch zur Reflexion und zum Austausch über Themen wie Geschlecht, Sexualität, Freund*innenschaft und Diskriminierung anzuregen. Die Quiz-Aufgaben sind so zugeschnitten, dass die Teilnehmenden unabhängig von spezifischen Positionierungen im Feld geschlechtliche und sexuelle Vielfalt eine Verknüpfung zu ihren persönlichen Lebenswelten herstellen können. Dabei geht es auch darum, unterschiedliche Positionen sichtbar zu machen, zu einer Akzeptanz von Meinungsvielfalt anzuregen, sich aber auch über die Grenzen dieser Akzeptanz zu verständigen, wenn es um Diskriminierung und Gewalt geht. Im Workshop wird es darum gehen, die Methode und ihre unterschiedlichen Einsatzmöglichkeiten spielerisch kennenzulernen und ihre Potenziale und Risiken zu diskutieren.

Methodenbeschreibung

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Empowerment-Angebote in heterogenen Lerngruppen

Sarah Klemm

Als Fachkräfte oder Multiplikator_innen können und sollten wir davon ausgehen, dass in allen Klassen und Gruppen, mit denen wir arbeiten, neben heterosexuellen und cisgeschlechtlichen auch lesbische, schwule, bisexuelle, trans*, inter* und queere (lsbtiq+) Teilnehmende anwesend sind, von denen wir allerdings meist nicht wissen. Wir stehen daher vor der Herausforderung, einerseits Teilnehmende, die sich bislang wenig oder gar nicht mit geschlechtlicher und sexueller Vielfalt beschäftigt haben, sensibilisieren und ihnen dabei einen möglichst offenen, wohlwollenden und fehlerfreundlichen Lernraum anbieten zu wollen. Andererseits möchten wir lsbtiq+ Personen in unseren Gruppen stärken und auch ihnen wertvolle Lernangebote machen.

Im Workshop geht es vor diesem Hintergrund um die Frage, wie empowernde Elemente in Bildungsformate mit gemischten Gruppen integriert werden können, um damit lsbtiq+ Jugendliche (und Erwachsene) zu stärken und unterstützen.

Text zum Workshop

„Ich muss dir mal was erzählen...“ – Ansprechbarkeit (in professionellen Kontexten) herstellen

Malte Täubrich & Yannik Markhof

Für viele Kinder, Jugendliche und Erwachsene ist das so genannte „Coming-Out“ ein zentrales Thema. Oft fragen sie sich, ob eine Fachkraft vertrauenswürdig und geeignet ist, sie zu unterstützen. Der Workshop beschäftigt sich mit der Frage, welche Bedarfe Personen haben, die sich mit einem Geheimnis anvertrauen wollen.

Dabei werden wir anhand von Selbstreflexionen herausarbeiten, welche Faktoren es erleichtern können über Geheimnisse zu sprechen und wie eine Ansprechbarkeit für Themen rund um geschlechtliche, amouröse und sexuelle Vielfalt nach außen transparent gemacht werden kann.

Die Teilnehmenden müssen keine eigenen Geheimnisse vor der Gruppe teilen. Der Workshop ist auf 15 Teilnehmende begrenzt.

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Nichtdiskriminierende Sexualpädagogik

Katharina Debus

Idealerweise berücksichtigt Sexualpädagogik die offensichtliche und verdeckte Vielfalt unter den Adressat*innen und geht auf ihre Bedarfe ein, ohne sie zu stereotypisieren. Unter den gegenwärtigen Bedingungen ist dieser Anspruch allerdings kaum einlösbar und erfordert Abwägungen und Kreativität.

Der Workshop startet mit einem Vortrag zu Kriterien nichtdiskriminierender Sexualpädagogik und der Relevanz der unterschiedlichen Differenzlinien. Dabei liegt der Fokus auf Themen rund um Geschlechterverhältnisse sowie amouröse und sexuelle Vielfalt in einem erweiterten Sinne. U.a. geht es um die Berücksichtigung unterschiedlicher Geschlechtsidentitäten, Körper, sexueller Orientierungen bzw. Lebensweisen, Bindungsverhalten (z.B. Monogamie, Polyamorie) und sexueller Neigungen (z.B. BDSM) sowie verschiedene Diskriminierungsformen in diesen Feldern. Andere Differenzlinien wie Rassismus & Migration, Klassismus & soziale Milieus sowie Ableismus & Behinderungen werden bzgl. häufiger Stereotypisierungen einbezogen. Es geht auch darum, die Bedarfe von Menschen mit u.a. sexuellen Traumatisierungen zu berücksichtigen. 

Danach wird gemeinsam mit der Gruppe an Möglichkeiten der Umsetzung und Umgangsweisen mit Hürden gearbeitet.

Text zum Workshop

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1–0–1 zu Intergeschlechtlichkeit und Pädagogik

Andreas Hechler

Auch wenn es mittlerweile einiges an Materialien gibt und sich Zweigeschlechtlichkeit juristisch in Deutschland (endlich!) erledigt hat, so fristet das Thema Intergeschlechtlichkeit im Allgemeinen und dessen pädagogische Bearbeitung im Besonderen nach wie vor bestenfalls ein Nischendasein. Im Workshop werden einige Grundlagen skizziert und einzelne Aspekte nach Interesse der Teilnehmenden vertieft. Gerne können Best Practice-Beispiele und eigene Erfahrungen eingebracht werden.

Texte zum Workshop:

Hechler, Andreas (2016): „Was ist es denn?“ Intergeschlechtlichkeit in Bildung, Pädagogik und Sozialer Arbeit. In: Katzer, Michaela/Voß, Heinz-Jürgen (Hrsg.): Geschlechtliche, sexuelle und reproduktive Selbstbestimmung. Praxisorientierte Zugänge. Psychosozial-Verlag, Gießen, S. 161-185.

Hechler, Andreas (2015): Intergeschlechtlichkeit in Bildung, Pädagogik und Sozialer Arbeit. In: BMFSFJ (Hrsg.): Geschlechtliche Vielfalt. Begrifflichkeiten, Definitionen und disziplinäre Zugänge zu Trans- und Intergeschlechtlichkeiten. Begleitforschung zur Interministeriellen Arbeitsgruppe Inter- & Transsexualität. Berlin, S. 61-74.

Hechler, Andreas (2014): Intergeschlechtlichkeit als Thema in Pädagogik und Sozialer Arbeit. In: Sozialmagazin, Nr. 3-4/2014, 39. Jg., S. 46-53.

Hechler, Andreas (2012): Intergeschlechtlichkeit als Thema geschlechterreflektierender Pädagogik. In: Dissens e.V. & Debus, Katharina / Könnecke, Bernard / Schwerma, Klaus / Stuve, Olaf (Hg.): Geschlechterreflektierte Arbeit mit Jungen an der Schule. Texte zu Pädagogik und Fortbildung rund um Jungenarbeit, Geschlecht und Bildung. Berlin: Eigendruck, S. 125-135.

Differenzdetektive

Finn Lorenz

Bei der Methode Differenzdetektive werden zunächst in Kleingruppen Merkmale gesucht, in denen sich die Teilnehmer_innen ähneln oder unterscheiden. Danach werden diese Merkmale in der Großgruppe gemeinsam auf ihre gesellschaftliche Relevanz hin untersucht. Wir werden die Methode zusammen durchführen und anschließend diskutieren, insbesondere hinsichtlich ihres Potenzials, Diskriminierungsstrukturen und Normierungsprozesse zu thematisieren, sowie an den Lebensrealitäten der Teilnehmer_innen anzuknüpfen.

Eine Kurzbeschreibung zur Methode findet sich im Text Empowerment von queeren Jugendlichen in heterogenen Lerngruppen von Sarah Klemm auf Seite 153.

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Rollenspiele – Methode zum Umgang mit Diskriminierungssituationen

Katharina Debus

Wenn diskriminierungskritische Pädagogik nur an der Reflexion problematischer Einstellungen arbeitet, führt dies noch nicht notwendigerweise zu einem Abbau diskriminierenden Handelns und einer Stärkung antidiskriminierenden Engagements. Hierfür ist es wichtig, Handlungsoptionen in den Blick zu nehmen.

Wir haben dies in Workshops mit Jugendlichen und Fachkräften oft erfolgreich mit einer Rollenspielmethode getan. Dabei werden diskriminierende Situationen gespielt und Handlungsmöglichkeiten aus verschiedenen Perspektiven ausgelotet und erprobt.

Im Workshop wird in die Methode eingeführt. Kleingruppen suchen sich ein Rollenspiel-Szenario aus dem pädagogischen Alltag oder dem privaten Kontext aus und erarbeiten und präsentieren eine Szene. Im Anschluss werten wir die Szenarien aus und leiten verallgemeinerte Handlungsoptionen ab. Es geht nicht darum, die eine richtige Lösung zu präsentieren oder durch Schauspielkunst zu bestechen. Vielmehr wollen wir gemeinsam ins Erproben und Handeln kommen und Schwierigkeiten wie Möglichkeiten verstehen.

Workshop-Aufbau:

Es wurden mehrere Gruppen gebildet, die sich jeweils eine Rollenspielsituation ausgesucht haben, die eine Diskriminierungs-Situation in der Pädagogik zum Thema hatte. In allen Szenarios gab es mindestens je eine Person, die diskriminierend gehandelt hat, eine Person, die unsicher oder unentschlossen war, eine Person die nicht-geoutet der diskriminierten Gruppe angehörte und eine Person, die sich gegen die Diskriminierung einsetzen wollte, meist ohne dass ihre Zugehörigkeit/ihr Erfahrungshintergrund festgelegt war.

Die Gruppen haben die Situationen besprochen und jeweils ein Rollenspiel vorbereitet, in dem die*der Pädagog*in einen Weg ausprobiert, gegen die Diskriminierung zu intervenieren. Ein Rollenspiel wurde vorgespielt, die anderen Kleingruppenergebnisse aus Zeitgründen mündlich der Gruppe berichtet. Vor allem die erste Situation und aus Zeitgründen nur kursorisch die anderen Situationen wurden daraufhin ausgewertet, welche Personen in den Rollenspielen welche nicht-diskriminierenden Handlungsoptionen hatten. Auf der Meta-Ebene wurden diese um weitere Handlungsoptionen ergänzt und Spannungsfelder rund um die verschiedenen Handlungsmöglichkeiten besprochen.

Bilderspiel – Methode zu geschlechtlicher und sexueller Vielfalt

Henrike Herrmann

Das Bilderspiel kann als Einstiegs- oder Vertiefungsmethode eingesetzt werden. Bilder von bekannten Persönlichkeiten werden von den Teilnehmer_innen in ein Koordinatensystem (männlich-weiblich/homosexuell-heterosexuell) eingeordnet. Deutlich wird, wie vielfältig sexuelle Orientierungen und geschlechtliche Identitäten sind, dass sich diese nicht am Aussehen erkennen lassen und dass dieses gesellschaftlich wirksame Raster für viele Menschen nicht passt und zu Diskriminierungen führt. Im Workshop wird die Methode angespielt und Potentiale und Herausforderungen diskutiert. Dazu bringt die Referentin Erfahrungen aus den Jugendworkshops des Projektes ein.

Methodenbeschreibung

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Quiz zu Antifeminismus und "Anti-Genderismus"

Sarah Klemm und Ulla Wittenzellner

Zwei, 42 oder 60 – wie viele Geschlechter gibt es? Was ist mit der roten Pille gemeint? Und wer hat eigentlich „Genderwahn“?

Im Rahmen eines Quiz besprechen wir im Workshop aktuelle und historische Mobilisierung und Organisierung gegen geschlechtliche und sexuelle Vielfalt. Dabei wird spielerisch der Umgang mit einem digitalen Quiz-Tool erlernt, um dieses in der eigenen pädagogischen Arbeit einsetzen zu können.

Quiz-Software Kahoot

Clips, Texte und Co. - Eine Kleingruppenarbeit zu geschlechtlicher, amouröser und sexueller Vielfalt

Vivien Laumann

Im Workshop wird eine im Projekt entwickelte Kleingruppenarbeit zu den Themen geschlechtliche, sexuelle und amouröse Vielfalt vorgestellt und durchgeführt. Die Kleingruppenarbeit beeinhaltet eine medien- und materialgestützte inhaltliche Vertiefung zu einigen Teilthemen und fragt nach Ableitungen für eine Pädagogik geschlechtlicher, amouröser und sexueller Vielfalt. Sie ist für die Arbeit mit Fachkräften wie auch (abgewandelt) für die Arbeit mit Jugendlichen geeignet.

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Lernen zu Diskriminierung: Überlegungen zum Praxistransfer

Iven Saadi

Lernen zu Diskriminierung – wie geht das überhaupt, was sind zentrale Dilemmata und was Gelingensbedingungen? Nachdem wir uns im Vortrag am Vormittag diesen Fragen auf grundsätzlicher Ebene gewidmet haben, soll es in diesem Workshop darum gehen zu erörtern, welche praktischen Schlussfolgerungen sich für die Gestaltung und Begleitung von Lernsettings von Jugendlichen wie Erwachsenen ergeben. Hierbei wird der Referent auch Einsichten und Erkenntnisse aus den kürzeren und längeren Bildungsformaten im Projekt teilen.

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Zuletzt aktualisiert am 28.12.2019