Fachtagung 1.-2.10.2019 in Berlin

Fachtagung:

Interventionen für geschlechtliche und sexuelle Vielfalt

Pädagogische Impulse

Abschlusstagung des Projekts Interventionen für geschlechtliche und sexuelle Vielfalt – Stärkung der Handlungsfähigkeit vor Ort

Am 1. und 2. Oktober 2019 in der Heinrich Böll Stiftung, Schumannstr. 8, 10117 Berlin

Die Teilnahme ist kostenfrei.
Anmeldungslink: 
https://calendar.boell.de/de/civi_register/137679

Facebook-Event: https://www.facebook.com/events/2383651441731072
(Eine Facebook-Anmeldung ersetzt nicht die Anmeldung über den oben genannten Link.)

Diese Einladung kann durch Click auf diese Zeile auch als pdf heruntergeladen werden.

Dissens – Institut für Bildung und Forschung e.V. und das Gunda Werner Institut der Heinrich Böll Stiftung laden ein zur Abschlusstagung des Projekts Interventionen für geschlechtliche und sexuelle Vielfalt – Stärkung der Handlungsfähigkeit vor Ort. Es werden Erkenntnisse, Erfahrungen, Konzepte und Methoden aus fast fünf Jahren Projektarbeit vorgestellt. Unter anderem wird es um verschiedene Dimensionen geschlechtlicher, amouröser und sexueller Vielfalt gehen, um die Arbeit mit heterogenen Zielgruppen, um die Gestaltung von Lernprozessen zu Diskriminierung und um die Arbeit mit heterogenen Zielgruppen vor dem Hintergrund Un_Sichtbarkeitsdynamiken. Denn viele lesbische, schwule, bisexuelle, trans*, inter*, queere, asexuelle und/oder pansexuelle (lsbtiq) Kinder, Jugendliche und Fachkräfte outen sich aus sehr berechtigter Sorge vor Diskriminierung oft nicht. Ihre Bedarfe werden daher oft unterschätzt und es bedarf eines besonderen Augenmerks, um Lernprozesse in heterogenen Gruppen zu gestalten, wenn diese Heterogenität unsichtbar ist und Bedarfe nicht ohne Diskriminierungsrisiko geäußert werden können. Außerdem gibt es Raum für Austausch und Vernetzung.

Die Tagung richtet sich an Menschen, die mit Kindern und Jugendlichen oder Fachkräften bildend arbeiten, unter anderem an Pädagog*innen aller Professionen, Lehrkräfte, Bildungsarbeiter*innen, Mitarbeiter*innen queerer Aufklärungsprojekte, Aktive der Fachkräftebildung, Dozent*innen, Studierende und andere Multiplikator*innen.

Das Thema geschlechtliche, sexuelle und amouröse Vielfalt geht alle an, wenn in der Pädagogik eine Atmosphäre geschaffen werden soll, in der alle ohne Angst verschieden sein können. Nur so können alle Kinder und Jugendlichen in Bezug auf Bildung, Selbstwert, Entfaltungsmöglichkeiten, Teilhabe und Zukunfts-Chancen gefördert werden. Es gilt einerseits, die Diskriminierung von LSBTIQ abzubauen und ihre Bedarfe in der Pädagogik besser zu berücksichtigen. Darüber hinaus werden auch relativ normnah lebende Menschen durch enge Normen in Bezug auf Geschlecht und Lebensweisen eingeschränkt. Auch sie profitieren von einer Pädagogik geschlechtlicher, amouröser und sexueller Vielfalt, indem Abwertungen und Gewalt reduziert werden und alle Adressat*innen an Selbstbestimmung gewinnen.

Das Projekt Interventionen für geschlechtliche, amouröse und sexuelle Vielfalt – Stärkung der Handlungsfähigkeit vor Ort hat seit 2015 Jugend- und Fachkräfte-Workshops sowie Fachkräfte-Weiterbildungen und Train-the-Trainer-Weiterbildungen zur Qualifizierung für die Pädagog*innenbildung durchgeführt. Außerdem wurden engagierte Fachkräfte beim Praxistransfer und bei Interventionen in ihre Institutionenkultur unterstützt.

Programm

Dienstag, 1. Oktober 2019 – 10-21h

10:00

Ankommen, Anmeldung

10:30

Begrüßung

10:45

Grußwort durch Conny-Hendrik Kempe-Schälicke, Senatsverwaltung für Bildung, Jugend und Familie des Landes Berlin (angefragt)

11:00

Vortrag: Geschlechtliche, amouröse und sexuelle Vielfalt

  • Verschiedene Dimensionen geschlechtlicher, amouröser und sexueller Vielfalt
  • Un_Sichtbarkeitsdynamiken im Themenfeld
  • Konzeptionelle Ansätze und pädagogische Erfahrungen aus dem Projekt

Katharina Debus, Vivien Laumann, Iven Saadi                                            

13:00

Mittagessen

14:30

Workshop-Phase 1 (inkl. Pause) – Workshops siehe hinten

17:15

Bingo! Warum sollten wir uns kennenlernen?

Austausch & Netzwerken mit Methoden aus dem Projekt

18:00

Abendessen

19:00

Grußwort

19:15

Kulturprogramm und Zeit für Austausch und Vernetzung

Mittwoch, 2. Oktober 2019 – 9:45-15:30

9:45

Ankommen und Anmeldung

10:15

Grußwort durch Dr. Ina-Marie Blomeyer, Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ), Referat Gleichgeschlechtliche Lebensweisen, Geschlechtsidentität

10:30

Vortrag: Lernen zu Diskriminierung – Zur Gestaltung von Lernprozessen

Iven Saadi & Katharina Debus

11:30

Pause

11:45

Workshop-Phase 2 – siehe unten

13:15

Mittagessen

14:15

Podiumsdiskussion: „So kann ich nich‘ arbeiten!“

Rahmenbedingungen pädagogischer Arbeit zu geschlechtlicher und sexueller Vielfalt

15:15

Ausblick

Katharina Debus & Iven Saadi

 

Workshopbeschreibungen

Die Referent*innen sind alle Teil des Seminarteams des Projekts Interventionen für geschlechtliche und sexuelle Vielfalt und/oder Mitarbeiter*innen von Dissens – Institut für Bildung und Forschung e.V.

Tag 1 – 1. Oktober

Lernen zu geschlechtlicher und sexueller Vielfalt mit Videoclips

Tamás Jules Fütty

Um Lernprozesse zu geschlechtlicher und sexueller Vielfalt sowie über die alltägliche Gewalt durch Normen, Normierungen und Othering-Praktiken gegenüber Menschen, die der heteronormativen Zweigeschlechtlich-keit nicht entsprechen, zu gestalten, sollte zusätzlich zu der theoretisch-kognitiven Auseinandersetzung auch auf der emotionalen Affekt-Ebene angesetzt werden. Die Ebene von Affekt, „sich in Bezug setzen“ und „emo-tional berührt werden“, kann im Zeitalter der Digitalisierung und Web 2.0 auch durch die pädagogische Arbeit mit Videoclips produktiv angeregt werden. In diesem Workshop soll exemplarisch in die pädagogische Arbeit mit Videoclips zu geschlechtlicher und sexueller Vielfalt eingeführt werden. Zudem wollen wir gemeinsam in einer Methodenreflexion Vor- und Nachteile sowie Fallstricke in der pädagogischen Arbeit mit Videoclips diskutieren und notwendige Reflexionskriterien für die Auswahl und den Einsatz von Videoclips erarbeiten.

Trans* und Schule – Strukturelle und persönliche Unterstützungsmöglichkeiten

Finn Lorenz

Häufig sind pädagogische Fachkräfte verunsichert, wie sie trans* Schüler_innen unterstützen können, was erlaubt ist, was nicht, was hilfreich sein könnte, was in ihrem Einflussbereich liegt etc. In diesem Workshop sollen verschiedene Unterstützungsmöglichkeiten erörtert werden – vom Umgang mit Toiletten, Umkleiden und Namen auf Zeugnissen/Klassenlisten bis hin zu Möglichkeiten der Unterstützung im persönlichen Kontakt mit trans* Schüler_innen und ihren Mitschüler_innen.

Der Workshop bezieht sich schwerpunktmäßig auf den Kontext Schule, viele Inhalte sind aber auch für pädagogische Fachkräfte aus anderen Kontexten, wie z.B. Jugendfreizeiteinrichtungen oder Wohngruppen, relevant.

Dilemmata navigieren - Lernen zu Diskriminierung in heterogenen Gruppen

Vivien Laumann & Andreas Hechler

In fast allen Bildungskontexten haben wir es mit sehr heterogenen Gruppen zu tun. Durch unterschiedliche Zugehörigkeiten/Positionierungen, Erfahrungen, Verletzlichkeiten und Wissensstände kann es beim Lernen zum Thema Diskriminierung zu besonderen Herausforderungen kommen. Im Workshop werden wir uns mit typischen Dynamiken und Dilemmata beschäftigen, die wir sowohl aus der Erwachsenenbildung als auch aus politischen Diskussionen zum Thema Diskriminierung kennen, die wir häufig als lähmend und unproduktiv erleben. Ein Verständnis von Dilemmata und Balanceakten kann helfen, (wieder) handlungsfähig zu werden. Wir legen in diesem Workshop einen Fokus auf die Arbeit mit Erwachsenen, einige Elemente können aber auch für die Arbeit mit Jugendlichen anregend sein.

Der große Preis

Iven Saadi

Der große Preis ist eine für die Arbeit mit Jugendlichen und Erwachsenen geeignete simulierte Quizshow. Sie zielt darauf ab, die Teilnehmenden spielerisch zur Reflexion und zum Austausch über Themen wie Geschlecht, Sexualität, Freund*innenschaft und Diskriminierung anzuregen. Die Quiz-Aufgaben sind so zugeschnitten, dass die Teilnehmenden unabhängig von spezifischen Positionierungen im Feld geschlechtliche und sexuelle Vielfalt eine Verknüpfung zu ihren persönlichen Lebenswelten herstellen können. Dabei geht es auch darum, unterschiedliche Positionen sichtbar zu machen, zu einer Akzeptanz von Meinungsvielfalt anzuregen, sich aber auch über die Grenzen dieser Akzeptanz zu verständigen, wenn es um Diskriminierung und Gewalt geht. Im Workshop wird es darum gehen, die Methode und ihre unterschiedlichen Einsatzmöglichkeiten spielerisch kennenzulernen und ihre Potenziale und Risiken zu diskutieren.

Empowerment-Angebote in heterogenen Lerngruppen

Sarah Klemm

Als Fachkräfte oder Multiplikator_innen können und sollten wir davon ausgehen, dass in allen Klassen und Gruppen, mit denen wir arbeiten, neben heterosexuellen und cisgeschlechtlichen auch lesbische, schwule, bisexuelle, trans*, inter* und queere (lsbtiq+) Teilnehmende anwesend sind, von denen wir allerdings meist nicht wissen. Wir stehen daher vor der Herausforderung, einerseits Teilnehmende, die sich bislang wenig oder gar nicht mit geschlechtlicher und sexueller Vielfalt beschäftigt haben, sensibilisieren und ihnen dabei einen möglichst offenen, wohlwollenden und fehlerfreundlichen Lernraum anbieten zu wollen. Andererseits möchten wir lsbtiq+ Personen in unseren Gruppen stärken und auch ihnen wertvolle Lernangebote machen.

Im Workshop geht es vor diesem Hintergrund um die Frage, wie empowernde Elemente in Bildungsformate mit gemischten Gruppen integriert werden können, um damit lsbtiq+ Jugendliche (und Erwachsene) zu stärken und unterstützen.

„Ich muss dir mal was erzählen...“ – Ansprechbarkeit (in professionellen Kontexten) herstellen

Malte Täubrich & Yannik Markhof

Für viele Kinder, Jugendliche und Erwachsene ist das so genannte „Coming-Out“ ein zentrales Thema. Oft fragen sie sich, ob eine Fachkraft vertrauenswürdig und geeignet ist, sie zu unterstützen. Der Workshop beschäftigt sich mit der Frage, welche Bedarfe Personen haben, die sich mit einem Geheimnis anvertrauen wollen.

Dabei werden wir anhand von Selbstreflexionen herausarbeiten, welche Faktoren es erleichtern können über Geheimnisse zu sprechen und wie eine Ansprechbarkeit für Themen rund um geschlechtliche, amouröse und sexuelle Vielfalt nach außen transparent gemacht werden kann.

Die Teilnehmenden müssen keine eigenen Geheimnisse vor der Gruppe teilen. Der Workshop ist auf 15 Teilnehmende begrenzt.

Nichtdiskriminierende Sexualpädagogik

Katharina Debus

Idealerweise berücksichtigt Sexualpädagogik die offensichtliche und verdeckte Vielfalt unter den Adressat*innen und geht auf ihre Bedarfe ein, ohne sie zu stereotypisieren. Unter den gegenwärtigen Bedingungen ist dieser Anspruch allerdings kaum einlösbar und erfordert Abwägungen und Kreativität.

Der Workshop startet mit einem Vortrag zu Kriterien nichtdiskriminierender Sexualpädagogik und der Relevanz der unterschiedlichen Differenzlinien. Dabei liegt der Fokus auf Themen rund um Geschlechterverhältnisse sowie amouröse und sexuelle Vielfalt in einem erweiterten Sinne. U.a. geht es um die Berücksichtigung unterschiedlicher Geschlechtsidentitäten, Körper, sexueller Orientierungen bzw. Lebensweisen, Bindungsverhalten (z.B. Monogamie, Polyamorie) und sexueller Neigungen (z.B. BDSM) sowie verschiedene Diskriminierungsformen in diesen Feldern. Andere Differenzlinien wie Rassismus & Migration, Klassismus & soziale Milieus sowie Ableismus & Behinderungen werden bzgl. häufiger Stereotypisierungen einbezogen. Es geht auch darum, die Bedarfe von Menschen mit u.a. sexuellen Traumatisierungen zu berücksichtigen. 

Danach wird gemeinsam mit der Gruppe an Möglichkeiten der Umsetzung und Umgangsweisen mit Hürden gearbeitet.

Tag 2 – 2. Oktober

1–0–1 zu Intergeschlechtlichkeit und Pädagogik

Andreas Hechler

Auch wenn es mittlerweile einiges an Materialien gibt und sich Zweigeschlechtlichkeit juristisch in Deutschland (endlich!) erledigt hat, so fristet das Thema Intergeschlechtlichkeit im Allgemeinen und dessen pädagogische Bearbeitung im Besonderen nach wie vor bestenfalls ein Nischendasein. Im Workshop werden einige Grundlagen skizziert und einzelne Aspekte nach Interesse der Teilnehmenden vertieft. Gerne können Best Practice-Beispiele und eigene Erfahrungen eingebracht werden.

Differenzdetektive

Finn Lorenz

Bei der Methode Differenzdetektive werden zunächst in Kleingruppen Merkmale gesucht, in denen sich die Teilnehmer_innen ähneln oder unterscheiden. Danach werden diese Merkmale in der Großgruppe gemeinsam auf ihre gesellschaftliche Relevanz hin untersucht. Wir werden die Methode zusammen durchführen und anschließend diskutieren, insbesondere hinsichtlich ihres Potenzials, Diskriminierungsstrukturen und Normierungsprozesse zu thematisieren, sowie an den Lebensrealitäten der Teilnehmer_innen anzuknüpfen.

Rollenspiele – Methode zum Umgang mit Diskriminierungssituationen

Katharina Debus

Wenn diskriminierungskritische Pädagogik nur an der Reflexion problematischer Einstellungen arbeitet, führt dies noch nicht notwendigerweise zu einem Abbau diskriminierenden Handelns und einer Stärkung antidiskriminierenden Engagements. Hierfür ist es wichtig, Handlungsoptionen in den Blick zu nehmen.

Wir haben dies in Workshops mit Jugendlichen und Fachkräften oft erfolgreich mit einer Rollenspielmethode getan. Dabei werden diskriminierende Situationen gespielt und Handlungsmöglichkeiten aus verschiedenen Perspektiven ausgelotet und erprobt.

Im Workshop wird in die Methode eingeführt. Kleingruppen suchen sich ein Rollenspiel-Szenario aus dem pädagogischen Alltag oder dem privaten Kontext aus und erarbeiten und präsentieren eine Szene. Im Anschluss werten wir die Szenarien aus und leiten verallgemeinerte Handlungsoptionen ab. Es geht nicht darum, die eine richtige Lösung zu präsentieren oder durch Schauspielkunst zu bestechen. Vielmehr wollen wir gemeinsam ins Erproben und Handeln kommen und Schwierigkeiten wie Möglichkeiten verstehen.

Bilderspiel – Methode zu geschlechtlicher und sexueller Vielfalt

Henrike Herrmann und Tamás Jules Fütty

Das Bilderspiel kann als Einstiegs- oder Vertiefungsmethode eingesetzt werden. Bilder von bekannten Persönlichkeiten werden von den Teilnehmer_innen in ein Koordinatensystem (männlich-weiblich/homosexuell-heterosexuell) eingeordnet. Deutlich wird, wie vielfältig sexuelle Orientierungen und geschlechtliche Identitäten sind, dass sich diese nicht am Aussehen erkennen lassen und dass dieses gesellschaftlich wirksame Raster für viele Menschen nicht passt und zu Diskriminierungen führt. Im Workshop wird die Methode angespielt und Potentiale und Herausforderungen diskutiert. Dazu bringt die Referentin Erfahrungen aus den Jugendworkshops des Projektes ein.

Quiz zu Antifeminismus und "Anti-Genderismus"

Sarah Klemm und Ulla Wittenzellner

Zwei, 42 oder 60 – wie viele Geschlechter gibt es? Was ist mit der roten Pille gemeint? Und wer hat eigentlich „Genderwahn“?

Im Rahmen eines Quiz besprechen wir im Workshop aktuelle und historische Mobilisierung und Organisierung gegen geschlechtliche und sexuelle Vielfalt. Dabei wird spielerisch der Umgang mit einem digitalen Quiz-Tool erlernt, um dieses in der eigenen pädagogischen Arbeit einsetzen zu können.

Clips, Texte und Co. - Eine Kleingruppenarbeit zu geschlechtlicher, amouröser und sexueller Vielfalt

Vivien Laumann

Im Workshop wird eine im Projekt entwickelte Kleingruppenarbeit zu den Themen geschlechtliche, sexuelle und amouröse Vielfalt vorgestellt und durchgeführt. Die Kleingruppenarbeit beeinhaltet eine medien- und materialgestützte inhaltliche Vertiefung zu einigen Teilthemen und fragt nach Ableitungen für eine Pädagogik geschlechtlicher, amouröser und sexueller Vielfalt. Sie ist für die Arbeit mit Fachkräften wie auch (abgewandelt) für die Arbeit mit Jugendlichen geeignet.

Lernen zu Diskriminierung: Überlegungen zum Praxistransfer

Iven Saadi

Lernen zu Diskriminierung – wie geht das überhaupt, was sind zentrale Dilemmata und was Gelingensbedingungen? Nachdem wir uns im Vortrag am Vormittag diesen Fragen auf grundsätzlicher Ebene gewidmet haben, soll es in diesem Workshop darum gehen zu erörtern, welche praktischen Schlussfolgerungen sich für die Gestaltung und Begleitung von Lernsettings von Jugendlichen wie Erwachsenen ergeben. Hierbei wird der Referent auch Einsichten und Erkenntnisse aus den kürzeren und längeren Bildungsformaten im Projekt teilen.

Zu den Referent*innen

Katharina Debus, Dipl.-Pol. & Sexualpädagogin (ISP), Projektleitung von ‚Interventionen für geschlechtliche und sexuelle Vielfalt', Jugend- und Fachkräftebildung zu Geschlecht und Pädagogik. katharina.debus[at]dissens.de.

Iven Saadi, Politikw. (M.A.) & Kommunikations- und Verhaltenstrainer (artop), Projektleitung von ‚Interventionen für geschlechtliche und sexuelle Vielfalt', Fachkräftebildung zu Geschlecht, Diversität und Pädagogik. iven.saadi[at]dissens.de.

Vivien Laumann, Dipl.-Psych. & Systemische Beraterin/Prozessbegleiterin, 2015-2018 Projektleitung von ‚Interventionen für geschlechtliche und sexuelle Vielfalt', Jugend- & Fachkräftebildung zu Geschlecht & Pädagogik, Fachkräftebildung und Beratung zu/bei Antisemitismus(erfahrungen). vivien.laumann[at]dissens.de.

Andreas Hechler, Europäische Ethnologie & Gender Studies M.A., wissenschaftlicher Mitarbeiter, Bildungsreferent und Prozessbegleitung, Seminarleitung bei ‚Interventionen für geschlechtliche und sexuelle Vielfalt'. andreas.hechler[at]dissens.de.

Ulla Wittenzellner, M.A. Erwachsenenbildung, wissenschaftliche Mitarbeiterin bei Dissens – Institut für Bildung und Forschung im Projekt ‚Social Media Interventions! – rechtsextremen Geschlechterpolitiken im Netz begegnen‘, Jugend- und Erwachsenenbildung, Forschung, Qualitätsmanagement. ulla.wittenzellner[at]dissens.de

Sarah Klemm, Politologin M.A., wissenschaftliche Mitarbeiterin bei Dissens – Institut für Bildung und Forschung im Projekt ‚Social Media Interventions! – rechtsextremen Geschlechterpolitiken im Netz begegnen‘, Seminarleitung bei ‚Interventionen für geschlechtliche und sexuelle Vielfalt‘, Jugend- und Erwachsenenbildung. sarah.klemm[at]dissens.de

Finn Lorenz, M.Sc. Psychologe, Leitung des LSBTIQ+ Peer-to-Peer-Beratungsprojekts in&out. Seminarleitung bei ‚Interventionen für geschlechtliche und sexuelle Vielfalt‘. finn.lorenz[at]comingout.de.

Henrike Herrmann, Diplom Sozialpädagogin, Bildungsreferentin, Seminarleitung bei ‚Interventionen für geschlechtliche und sexuelle Vielfalt'. henrike.herrmann[at]gmx.de.

Tamás Jules Fütty, Politikwissenschaftler (MA), Dr. phil Gender Studies, wiss. Mitarbeiter Universität Kiel, Bildungsreferent, Seminarleitung bei ‚Interventionen für geschlechtliche und sexuelle Vielfalt'. fuetty[at]paedagogik.uni-kiel.de.

Yannik Markhof, MA Student Sozialwissenschaften, stud. Mitarbeiter bei Dissens – Institut für Bildung und Forschung im Projekt ‚Boys in Care - Jungen stärken bei der Wahl eines sozialen, erzieherischen und pflegerischen Berufs". yannik.markhof[at]dissens.de.

Malte Täubrich, BA Internationale Entwicklung, Dissens – Institut für Bildung und Forschung, wissenschaftliche Durchführung des Dissens-Projekts ‚Jungen*pädagogik und Prävention von sexualisierter Gewalt (JupP)‘, Forschung und Bildungsarbeit zu sexualisierter Gewalt gegen (männliche*) Kinder und Jugendliche. malte.taeubrich[at]dissens.de.

Logistisches

Die Teilnahme an der Tagung und die Verpflegung sind kostenfrei. Es wird vegetarisches und veganes Essen angeboten.

Die Tagung ist mit dem Rollstuhl befahrbar. Für die Plenumsvorträge sind Induktionsschleifen verfügbar.

Die Anmeldung erfolgt unter: https://calendar.boell.de/de/civi_register/137679.

Die Tagung wird veranstaltet in Kooperation von Dissens – Institut für Bildung und Forschung e.V. und dem Gunda Werner Institut der Heinrich Böll Stiftung.                                          

Sie wird kofinanziert durch die Max-Traeger-Stiftung.

Die Tagung wird darüber hinaus gefördert durch die unten verlinkten Förder*innen des Gesamtprojekts Interventionen für geschlechtliche und sexuelle Vielfalt – Stärkung der Handlungsfähigkeit vor Ort.

Zuletzt aktualisiert am 20.08.2019